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Nikosia-Kicker zeigen, was in Österreich falsch läuft

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:38
olympia live
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APOEL Nikosia ist das Sensationsteam der Champions League. Der Verein aus Zypern schaltete Olympique Lyon aus und steht nun im Viertelfinale der Königsklasse. Ein Blick auf das Budget lässt das Wunder umso größer erscheinen und wirft gleichzeitig die Frage auf, wieso österreichische Klubs keine ähnlichen Erfolge feiern.

Kennen Sie William Boaventura, Savvas Poursaitides oder Gustavo Manduca? Nein? Sollten Sie aber, denn dies sind drei Spieler von APOEL Nikosia, das in dieser Saison zu den besten acht Teams Europas zählt. Letzterer sorgte mit seinem Treffer nach neun Minuten dafür, dass die Partie bis ins Elfmeterschießen ging, in dem Lyon mit 3:4 scheiterte.

"Das ist der wichtigste Abend in der Geschichte von APOEL. Ein denkwürdiger Abend für APOEL, die Fans und den zyprischen Fußball". Wir hätten nie für möglich gehalten, dass wir so weit kommen. Aber wenn man Spieler mit so viel Selbstvertrauen hat, ist alles möglich", jubelte Nikosia-Trainer Ivan Jovanovic.

Kader nur 15 Millionen wert

Die von ihm gelobten Spieler sind international gesehen "Nonames", der Wert des Kaders wird auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. Zum Vergleich: Die Kicker von Gegner Lyon sind zusammen 152 Millionen Euro wert, Spitzenreiter ist Barcelona mit einem Kaderwert von 579 Millionen Euro.

Am Geld kann es also nicht liegen, dass Nikosia im Konzert der Großen mitgeigt, während österreichische Kicker vor dem Fernseher sitzen. Im österreichischen Fußball läuft offensichtlich vieles falsch bzw. wird mit dem Geld nicht gut umgegangen.

Salzburg und Austria haben größeres Budget

Das Budget von Nikosia beträgt derzeit 13 Millionen Euro im Jahr. Damit wäre APOEL in der österreichischen Bundesliga kein Krösus. Salzburg (40 Mio.) und die Austria (14 Mio.) investieren wesentlich mehr Geld, für die Champions League haben sich beide Vereine noch nie qualifzieren können. Auch bei Rapid (11 Mio.) ertönte schon seit Jahren nicht mehr die Champions-League-Hymne aus den Stadionlautsprechern.

Wieso kicken die Zyprioten besser?

Doch warum ist der österreichische Klubfußball in Europa nur eine Randnotiz? Liegt es an der kleinen Bundesliga, in der die Spieler nicht genug gefordert werden, damit sie in der Königsklasse bestehen können? Die zypriotische Liga besteht aus 14 Vereinen, darunter "Kracher" wie Ermis Aradippou und Anagennisi Derynia.

Rapid-Fans wird Anorthosis Famagusta noch in schlechter Erinnerung sein: 2008 scheiterten die Hütteldorfer gegen die Zyprioten in der Champions-League-Quali. Famagusta schaffte sogar die Quali für die Gruppenphase und dort dann ein überraschendes 3:3 gegen Inter Mailand. Offensichtlich sollten die österreichischen Bundesligisten auf Zypern Nachhilfe nehmen.

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