Der Formel-1-Kalender ist schon jetzt besonders ausgedehnt. Eigentlich sollten 24 Grands Prix stattfinden, die beiden Nahost-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien sind vorerst abgesagt worden. Doch wenn es nach Domenicali geht, werden noch weitere Rennen hinzukommen – allerdings nur Sprints.
Seit 2021 gibt es ja bereits die Kurz-Rennen über 100 Kilometer, also ein Drittel der Renndistanz. Seit 2023 werden an sechs Rennwochenenden ein zusätzlicher Sprint gefahren. Damit soll aber nicht Schluss sein. Denn die Zahl an Sprints soll für 2027 noch einmal erhöht werden, wie Domenicali bei "Sky Sports" erklärte.
"Das wird geschehen, wenn wir sehr, sehr bald den Kalender bekannt geben", erklärte der Formel-1-Boss. Demnach könnten sogar neun oder zehn Sprints für den kommenden Rennkalender infrage – das wäre eine deutliche Erweiterung, die auch nicht immer ganz nachvollziehbar ist. Denn im aktuellen Kalender eignet sich jedenfalls nicht jede Strecke für derartige Kurzrennen, die dann stets ohne Boxenstopp gefahren werden und bei Renn-Puristen nicht immer vollends ankommen.
Kritische Stimmen an den Rennen wollte Domenicali so aber nicht stehen lassen. "Wenn wir an den Anfang zurückdenken, waren die Leute skeptisch, was wir da tun. Ich denke, wir haben die Pflicht, mutig zu sein und über den Tellerrand hinauszuschauen", meinte der Formel-1-Boss.
Das Ziel dahinter ist augenscheinlich: Die wenig aufregenden Trainings sollen minimiert werden, um an jedem Tag an der Rennstrecke einen Höhepunkt zu haben: An Sprint-Wochenenden steigt das erste Qualifying schon am Freitagnachmittag, gefolgt vom Sprint am Samstagmittag, dem Qualifying wenige Stunden später und dem Großen Preis am Sonntag. "Bei 150.000 Menschen am Tag, die wir in Silverstone hatten: Wenn man diesen nichts bietet, wäre es falsch. Ich denke, dass das der richtige Weg ist", meint Domenicali.
Schon jetzt ist jedenfalls klar: 2027 wird in Monza ein Sprint gefahren, die Veranstalter unterschrieben einen Vertrag über drei Jahre. Sprints werden und wurden in der laufenden Saison in Shanghai, Miami, Montreal, Silverstone, Zandvoort und Singapur gefahren.