Bleibt Max Verstappen bei Red Bull oder heuert er bei einem anderen Team an?
Diese Frage beschäftigt derzeit die Formel-1-Welt. Eine Ausstiegsklausel im Vertrag des Niederländers ermöglicht es ihm, zu einem anderen Team zu wechseln. "Heute" sprach mit dem ehemaligen Formel-1-Fahrer und heutigen Sky-Experten Timo Glock über einen möglichen Verstappen-Abschied und die Rolle von Helmut Marko.
Angesprochen auf die Zukunft von Max Verstappen sagt Glock: "Sehr spannend, was da gerade passiert. Klar ist, dass man seit dem neuen Motorenreglement, seitdem Red Bull Hersteller ist, mehr in die Ausstiegsklausel hineingeschrieben hat, um sicherzugehen, dass man rauskommt, wenn es schiefgehen würde. Jeder spricht über die Ausstiegsklausel, die anscheinend da ist. Die Frage ist, welche Alternativen er hat. Das neue Update ist ausschlaggebend."
Ist das Tief von Red Bull am Fehlen von Helmut Marko festzumachen? "Ich glaube, es ist nicht an einer Person festzumachen. Helmut Marko war aber schon jemand, der das Team zu einem gewissen Erfolg geführt hat – natürlich auch nicht alleine – und die richtigen Personen installiert hat. Die sind mittlerweile alle weggegangen. Das zeigt, dass eine Umstrukturierung stattfindet und dass man Leute mit dieser Erfahrung nicht so einfach ersetzen kann. Das braucht seine Zeit, und das ist auch bei Red Bull jetzt der Fall", so Glock.
Das teaminterne Duell bei Mercedes zwischen George Russell und Kimi Antonelli ist für den 44-Jährigen besonders spannend: "Da ist natürlich Brisanz drin. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die beiden aneinandergeraten. Das werden wir sicher noch das ein oder andere Mal in diesem Jahr sehen. Für mich ist es überraschend, wie stark Kimi Antonelli das Ganze auch mental umsetzt. Russell steht mit seiner Erfahrung unter Zugzwang, er muss quasi den Titel holen."
In diesem Duell sieht Glock Antonelli aufgrund seiner "Leichtigkeit" im Vorteil. Auch seinen ehemaligen Kontrahenten Lewis Hamilton lobt der Deutsche: "Man muss sagen: Hut ab vor Lewis Hamilton, wie er sich aus dem Tief im letzten Jahr herausgekämpft hat, als ihn jeder abgeschrieben hat und jeder gesagt hat, dass es vorbei ist und er den Wechsel zu Ferrari nicht hinbekommt. Das hat er meiner Meinung nach überragend gemacht und die neuen Autos scheinen ihm entgegenzukommen. Man sieht aber auch, wie hart er sich vorbereitet. Gefühlt sieht man jeden Tag ein Bild aus dem Gym."
Auf die Frage, ob Glock lieber vor dem Sky-Mikrofon steht oder selbst im Auto sitzt – in der DTM fährt er für Dörr Motorsport –, antwortet er: "Beides (lacht). Ich liebe es, Auto zu fahren, aber ich liebe es auch, meinen Sport den Zuschauern näherzubringen. Das macht unglaublich viel Spaß. Deswegen ist beides auf gewisse Art und Weise schön."