Feuerwehrkommandant Lukas Braunhofer beschreibt am Tag nach der Muren-Katastrophe im Interview mit "Puls 24" einen Grad der Verwüstung wie er in all seinen Dienstjahren noch nie erlebt hat.
"Die Situation hat sich inzwischen wieder entspannt, weil wir die Landesstraße freibekommen haben. Wir können jetzt mit Fahrzeugen ins Krisengebiet vorrücken", schildert der Tiroler die Lage im Gschnitztal. Am Nachmittag sind noch weitere Feuerwehren zur Unterstützung angerückt.
Die Aufräumarbeiten mit Baggern und Lkw würden wohl "noch Monate dauern", schätzt Braunhofer. Seine Floriani hoffen, bis Ende der Woche zumindest alle überfluteten Keller der Gemeinde trockengelegt zu haben – sofern nichts nachkommt!
Denn: "Die Gefahrenlage bleibt gleich, weil heute sind bei uns wieder in den Abendstunden starke Gewitter angemeldet." Erkundungsflüge haben zudem gezeigt, dass noch ordentlich Geröllmassen oben auf den Bergen liegen.
Menschen sind glücklicherweise keine verletzt worden, Familien aus dem Ort wurden nach den Hubschrauber-Evakuierungen in umliegenden Gasthäusern untergebracht.
Die Schäden sind jedenfalls enorm, das wahre Ausmaß aber noch unklar. "Das kann kein Mensch noch abschätzen", sagt der Feuerwehr-Kommandant.
Er hatte schon öfter mit Murenabgängen zu tun, doch die Katastrophe von Gschnitz ist selbst für den erfahrenen Retter beispiellos.
Der Gschnitzer Bürgermeister Andreas Pranger spricht in "MeinBezirk" von einer "Oberkatastrophe": "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es vor allem im Talschluss ausschaut."
Auch im benachbarten Stubaital und Paznauntal kam es zu mehreren Muren. Straßen wurden unpassierbar, Wasserleitungen zerstört, Rückhaltebecken liefen über.