Für Niederösterreichs Unternehmen soll Arbeit künftig günstiger werden. Die geplante Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028 könnte die Betriebe im Bundesland laut Wirtschaftskammer jährlich um rund 363 Millionen Euro entlasten.
Davon sollen rund 231 Millionen Euro bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft ankommen. Die WKNÖ rechnet zudem mit rund 1.600 zusätzlichen Arbeitsplätzen und einer um 190 Millionen Euro höheren Wirtschaftsleistung.
"Die Senkung der Lohnnebenkosten ist ein längst überfälliger Schritt", sagt Wolfgang Ecker, Präsident der Niederösterreichischen Wirtschaftskammer. Angesichts hoher Personal-, Energie- und Finanzierungskosten bekämen die Betriebe dadurch mehr Spielraum für Investitionen und neue Mitarbeiter.
Was die Senkung konkret bringen könnte, zeigt die Wirtschaftskammer anhand von Beispielen. Ein Handwerksbetrieb mit zehn Mitarbeitern und einem durchschnittlichen Bruttolohn von 2.700 Euro soll künftig rund 3.800 Euro pro Jahr sparen.
Bei einem Industriebetrieb mit 100 Mitarbeitern und einem durchschnittlichen Bruttolohn von 3.500 Euro soll die jährliche Entlastung laut WKNÖ bei rund 500.000 Euro liegen.
Besonders für kleinere und mittlere Unternehmen könne jeder zusätzliche Euro entscheidend sein. "Oft geht es darum, ob investiert, ein neuer Mitarbeiter eingestellt oder ein Lehrling ausgebildet wird", so Ecker.
Der Wirtschaftskammer-Präsident warnt allerdings davor, die Entlastung an anderer Stelle wieder zunichtezumachen. Eine Gegenfinanzierung dürfe keine neuen Kosten für die Unternehmen bringen.
Ecker fordert zudem weitere Maßnahmen: weniger Bürokratie, leistbare Energie und zusätzliche Entlastungen für die Wirtschaft.