Das Prepositioning ist Teil des EU-Katastrophenschutzmechanismus (Union Civil Protection Mechanism – UCPM) und dient dazu, spezialisierte Waldbrandmodule bereits vorsorglich in besonders waldbrandgefährdeten Regionen Europas zu stationieren.
Dadurch stehen die Einsatzkräfte im Bedarfsfall unmittelbar zur Verfügung und können die örtlichen Feuerwehren bei Vegetations- und Waldbränden rasch unterstützen. Gleichzeitig fördert das Programm den internationalen Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung gemeinsamer Einsatztaktiken, teilte der Landesfeuerwehrverband mit.
"Die Teilnahme an einem Prepositioning ist für unsere Einsatzkräfte von unschätzbarem Wert. Wir sammeln dabei wertvolle Erfahrungen, lernen von unseren internationalen Partnern und entwickeln unsere Einsatztaktiken kontinuierlich weiter. Dieses Wissen kommt unmittelbar der Ausbildung und Einsatzvorbereitung in Niederösterreich zugute. Gleichzeitig ist es für uns selbstverständlich, unsere italienischen Kameradinnen und Kameraden in einer Zeit zu unterstützen, in der die Waldbrandgefahr besonders hoch ist", betont Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.
Der niederösterreichische Einsatz erfolgt in zwei Rotationen. In der ersten Woche werden 25 speziell ausgebildete Feuerwehrmitglieder des Sonderdienstes
Einsatzfahrzeugen nach Sardinien entsendet. Die Anreise erfolgt auf dem Landweg "auf Achse" über Italien und anschließend mit der Fähre nach Sardinien. Für die zweite Einsatzwoche erfolgt die Ablöse durch weitere 25 Feuerwehrmitglieder, die per Flugzeug nach Sardinien anreisen und das erste Kontingent übernehmen.
Frius, rund 30 Kilometer nördlich von Cagliari, in einer Feuerwache der örtlichen Feuerwehr. Von dort aus stehen die Einsatzkräfte während ihres Aufenthalts für Vegetations- und Waldbrandeinsätze auf der gesamten Insel bereit.
Bei den entsandten Kräften handelt es sich um Angehörige des Sonderdienstes Waldbrand- und Vegetationsbrandbekämpfung des NÖ Landesfeuerwehrverbandes.
Dieser umfasst derzeit rund 600 speziell ausgebildete Feuerwehrmitglieder aus allen Teilen Niederösterreichs und unterstützt die örtlichen Feuerwehren bei großflächigen oder besonders anspruchsvollen Wald- und Vegetationsbränden.
Die Florianis absolvieren eine umfassende Spezialausbildung für Einsätze in schwierigem Gelände. Dazu gehören unter anderem die Bekämpfung von Vegetationsbränden, der Aufbau von Löschwasserversorgungen, der Einsatz von Handwerkzeugen sowie die Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen und anderen Einsatzorganisationen. Regelmäßige Übungen auf Abschnitts-, Bezirks- und Landesebene sowie Erfahrungen aus nationalen und internationalen Einsätzen gewährleisten eine laufende Weiterentwicklung der Einsatztaktik.
Für die Vegetationsbrandbekämpfung steht dem Sonderdienst eine speziell abgestimmte Ausrüstung zur Verfügung. Diese umfasst unter anderem 16 Hilfeleistungsfahrzeuge Waldbrand (HLF 2-WB), 17 geländegängige Pick-ups, vier Quads, einen Wechselladeaufbau Waldbrandbekämpfung sowie umfangreiche Spezialausrüstung wie Waldbrandwerkzeuge, Löschrucksäcke, mobile Wasserbehälter sowie Rollcontainer mit Einsatzgeräten.