Mit der Zukunftsinitiative "Mein Land denkt an morgen" setzt Niederösterreich 2026 die strukturierte Auseinandersetzung mit zentralen Zukunftsfragen fort. Im Mittelpunkt stehen die Zukunftsgespräche, bei denen wissenschaftliche Analysen, Ergebnisse aus Bürgerbefragungen und politische Fragestellungen zusammengeführt und öffentlich diskutiert werden – am Montag wurden die Eckpunkte vorgestellt.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betont die Zielsetzung der Initiative: "Wir wollen wissen, wie die Menschen im Land denken, welche Entwicklungen sich abzeichnen und wo wir heute handeln müssen, um Niederösterreich gut auf die Zukunft vorzubereiten. Deshalb haben wir zum Beispiel große Anstrengungen beim Ausbau der Kinderbetreuung unternommen, den Gesundheitsplan 2040+ ausgearbeitet und legen demnächst eine neue Wirtschaftsstrategie für mehr Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität vor."
Der Politik werde oft vorgeworfen, nur auf aktuelle Probleme zu reagieren und zu wenig langfristig zu arbeiten, so die Landeshauptfrau: "Wir in Niederösterreich zeigen, dass es auch anders geht. Wir wollen die beste Zukunft für unsere Kinder schaffen, und dafür braucht es klare Strategien und langfristige Planung". Als ein zentrales Hauptthema bezeichnete Mikl-Leitner dabei etwa den Bereich Wirtschaft und Arbeit, hier wolle man die neue Wirtschaftsstrategie 2030+ noch im ersten Quartal präsentieren.
Im Fokus stehen dabei die Digitalisierung, der Abbau bürokratischer Hürden und die Stärkung der Innovation: "Mit der Mission Nobelpreis wollen wir die besten Rahmenbedingungen für die besten Köpfe, denn nur dort, wo Wissenschaft und Forschung sind, siedeln sich moderne Betriebe und zukunftsträchtige Arbeitsplätze an."
Zukunftspolitik brauche auch "eine Verwaltung, die leistungsfähig und zeitgemäß arbeitet", verwies die Landeshauptfrau darauf, dass in Niederösterreich jedes sechste Landesgesetz vereinfacht worden sei: "Unser Ziel ist eine Verwaltung, die nicht bremst, sondern ermöglicht." In der Gesundheitspolitik wolle man das Gesundheitssystem mit dem Gesundheitsplan 2040+ als Handlauf zukunftsfit aufstellen, in der Familienpolitik sei man bei der Kinderbetreuung jetzt schon auf Platz 1 im Vergleich zu allen anderen Bundesländern: "Wir wollen junge Menschen motivieren, Ja zum Kind zu sagen. Dazu brauchen wir auch ein neues Narrativ: Kinder sind keine Belastung, sondern eine Bereicherung, sie sind kein Wagnis, sondern ein Geschenk."
Das Herzstück von "Mein Land denkt an morgen" bilden die Zukunftsgespräche. Sie sind jener Ort, an dem wissenschaftliche Erkenntnisse, gesellschaftliche Stimmungen und politische Fragestellungen zusammenkommen. Zu Beginn geben Univ.-Prof. Christoph Badelt, Univ.-Prof. Peter Filzmaier und Dr. Katrin Praprotnik – je nach thematischem Schwerpunkt und in unterschiedlicher Zusammensetzung – fundierte Einblicke aus ihren jeweiligen Zukunftsfeldern.
Diese Inputs ordnen aktuelle Entwicklungen ein, machen Zusammenhänge sichtbar und liefern eine gemeinsame Wissensbasis für das Gespräch. Darauf aufbauend öffnet sich der Raum für Diskussion: mit Expertinnen und Experten, politischen Entscheidungsträgern und dem Publikum. Ziel ist es, Perspektiven zu bündeln, unterschiedliche Sichtweisen zuzulassen und gemeinsam über die Fragen nachzudenken, die Niederösterreich in den kommenden Jahren prägen werden.
Friedrich Faulhammer, Leiter der Zukunftsinitiative, beschreibt den Charakter der Zukunftsgespräche so: "Es geht darum, zuerst Orientierung zu geben und dann ins Gespräch zu kommen. Die Zukunftsgespräche verbinden Analyse und Austausch – sachlich, offen und mit einem ganzheitlichen Blick."
Inhaltlich stützt sich die Initiative auf drei miteinander verzahnte Zukunftsfelder: Bürgerbeteiligung, wissenschaftliche Studien und Zukunftsgespräche. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven und Ebenen zusammenzuführen und Entwicklungen ganzheitlich zu betrachten. "Die Verbindung von Bürgermeinungen, wissenschaftlicher Analyse und strukturiertem Dialog ist eine wichtige Grundlage für vorausschauende Entscheidungen in Politik und Verwaltung. 'Mein Land denkt an morgen' hilft uns, Entwicklungen besser zu verstehen und darauf abgestimmt zu handeln", so Faulhammer weiter.
Die wissenschaftliche Begleitung der Initiative liegt bei Badelt, Filzmaier und Praprotnik, die ihre jeweiligen Schwerpunkte gezielt in die Zukunftsgespräche einbringen.
Univ.-Prof. Peter Filzmaier erläutert die Rolle der Bürgerbefragungen: "Die Meinungen der Menschen werden in dieser Initiative nicht punktuell abgefragt, sondern systematisch erhoben und ausgewertet. Die repräsentative Studie zur Zukunft des Landes, Schülerbefragungen und das Demokratieradar liefern belastbare Daten darüber, wie die Bevölkerung zentrale Zukunftsfragen einschätzt. Diese Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Diskussionen in den Zukunftsgesprächen."
Dr. Katrin Praprotnik hebt die langfristige Perspektive hervor: "Mit dem Demokratieradar beobachten wir Veränderungen in Einstellungen, Erwartungen und im Vertrauen in demokratische Prozesse. Zurzeit sehen wir, dass das Vertrauen in die Regierungsform der Demokratie immer noch hoch ist, dennoch ist es wichtig, die Bevölkerung laufend in die politischen Prozesse miteinzubeziehen. Unser aktueller Schwerpunkt in der Befragung ist das persönliche Engagement der Menschen für die Demokratie."
Univ.-Prof. Christoph Badelt ergänzt für sein Zukunftsfeld der wissenschaftlichen Studien: "Aktuelle Studien und Trendanalysen helfen dabei, Entwicklungen einzuordnen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Maßnahmen abzuleiten. Im aktuellen Bericht legen wir dabei einen Schwerpunkt auf das Vorhaben der sogenannten 'Aufgabenkritik' der Landesverwaltung. Ein bisher einzigartiges Projekt eines Bundeslandes mit dem klaren Ziel, effizienter und leistungsfähiger zu werden."
Im Laufe des Jahres werden die fünf Zukunftsgespräche von Organisationen und Institutionen aus Niederösterreich begleitet, die thematisch an die zentralen Zukunftsfragen anknüpfen und in den Regionen stattfinden werden. Die Initiative legt großen Wert auf transparente Kommunikation. Alle Ergebnisse, Berichte und Veranstaltungshinweise werden auf der zentralen Plattform meinlanddenktanmorgen.at veröffentlicht. Mit der Fortführung von „Mein Land denkt an morgen" unterstreicht Niederösterreich sein Engagement für eine zukunftsorientierte und gemeinschaftliche Landesentwicklung.
Landeshauptfrau Mikl-Leitner abschließend: "Zukunft braucht Wissen, Dialog und Verantwortung. 'Mein Land denkt an morgen' verbindet diese Elemente und macht sie für Niederösterreich nutzbar."