Not amused! Melzer am "heiligen Rasen" draußen

Österreichische Tennis-Ass Jürgen Melzer schrieb in Wimbledon nicht Geschichte. Der Niederösterreicher unterlag im Achtelfinale dem Polen Jerzy Janowicz in fünf Sätzen und verpasste den Viertlfinal-Einzug. "Das tut richtig weh", sagte er unmittelbar darauf. Kleiner Trost: Im Doppelbewerb ist Melzer mit Partner James Blake weiter.

Österreichische Tennis-Ass Jürgen Melzer schrieb in Wimbledon nicht Geschichte. Der Niederösterreicher unterlag im Achtelfinale dem Polen Jerzy Janowicz in fünf Sätzen und verpasste den Viertlfinal-Einzug. "Das tut richtig weh", sagte er unmittelbar darauf. Kleiner Trost: Im Doppelbewerb ist Melzer mit Partner James Blake weiter.

Jürgen Melzer hat es knapp nicht geschafft, als erster Österreicher das Wimbledon-Viertelfinale zu erreichen. Der Niederösterreicher unterlag am Montag bei den mit 26,35 Millionen Euro dotierten All-England-Tennis-Championships in London Jerzy Janowicz nach 3:12 Stunden 6:3,6:7(1),4:6,6:4,4:6. Der 2,03 Meter große Sieger servierte 16 Asse.

Mit dem Aufschlag zum Erfolg

Womit auch schon die gefährlichste Waffe von Melzers Gegner beschrieben war. Und der polnische Aufsteiger setzte seinen krachenden Aufschlag ein, wo es nur ging. So auch im 5. Satz, in dem der als Nummer 24 gesetzte Weltranglisten-22. aus Lodz durch einen fatalen Doppelfehler Melzers das Break zum 2:1 schaffte und danach mit den Assen zwölf bis sechzehn die entscheidenden Akzente setzte.

Dabei hatte die Partie für den Österreicher wunschgemäß begonnen. In nur 24 Minuten war der erste Satz mit 6:3 im Sack und nachdem Melzer zu Beginn des zweiten Durchgangs eine heikle Situation überstanden hatte, ging es für die beiden Kontrahenten ins Tiebreak. Ausgerechnet dort erwischte der österreichische Linkshänder aber eine seiner schlechteren Phasen. Janowicz gewann dank einiger leichter Fehler von Melzer den Satzverkürzer mit 7:1 und war damit wieder voll im Match.

Melzer kämpfte, wurde nicht belohnt

Was er mit einem klaren 6:4 im nächsten Durchgang auch unterstrich. Aber es sprach für Melzer, dass er im vierten Durchgang nicht aufgab. Einen Aufschlagverlust zum 2:3 machte er durch ein postwendendes Rebreak wett und nachdem er bei 4:4 eine weitere heikle Situation überstanden hatte, holte er sich den diesen Satz seinerseits mit 6:4.

Der Einsatz blieb letztlich unbelohnt. Denn seinen frühen Aufschlagverlust zum 1:2 im Entscheidungssatz konnte Melzer nicht mehr egalisieren und Janowicz, mit dem sich Melzer auch einige Verbalduelle lieferte, ließ mit dem eigenen Aufschlag nichts mehr anbrennen. Nach etwas mehr als drei Stunden jubelte der Pole über den größten Erfolg seiner Karriere, während der "dreifache Wimbledonsieger" Melzer einer Jahrzehnte-Chance nachtrauern musste.

"Das tut richtig weh"

"Es wäre eine super Möglichkeit gewesen, wenn man weiß, man spielt gegen Kubot im Viertelfinale. Aber um eine Partie gegen solche Aufschläger zu gewinnen, muss man die wenigen Chancen, die man bekommt, nützen. Und das habe ich nicht", sagte der enttäuschte Niederösterreicher. "Ich habe über fünf Sätze sehr gutes Tennis gespielt. Das tut richtig weh."

Melzer trauerte den vergebenen Break-Möglichkeiten nach. "Das sind die Punkte, die man braucht, um so ein Match zu gewinnen. Da bist du endlich mal in einer Rallye drinnen und weißt, das musst du machen. Aber dann hast enormen Druck und es passieren Fehler." Es sei sehr bitter, wenn man das Gefühl habe, dass man über fünf Sätze so viel besser gewesen sei. "Wenn der Ball im Spiel war, war ich die ganze Zeit dominant. Ich kann mir nichts vorwerfen."

Zwei Österreicher im Doppel weiter

Im Achtelfinale steht Melzer dafür mit James Blake im Doppelbewerb, Michael Llodra/Nicolas Mahut (FRA-13) wurden klar mit 6:4,6:0,6:1 besiegt. Jetzt bekommt es das Duo mit Juan-Sebastian Cabal/Robert Farah aus Kolumbien zu tun. Weiter ist auch Julian Knowle und sein indischer Doppelpartner Mahesh Bhupathi. Sie treffen im Viertelfinale auf die topbesetzen Vorjahres-Halbfinalisten Bob Bryan/Mike Bryan aus den USA, besiegten die Kanadier Jesse Levine/Vasek Pospisil mit 6:2,6:4,3:6,6:4.

Im Achtelfinale ausgeschieden sind hingegen überraschend Alexander Peya/Bruno Soares (AUT/BRA-3), die Rohan Bopanna/Edouard Roger-Vasselin (IND/FRA-14) mit 4:6,6:4,6:7,2:6 unterlagen. Im Mixed erreichte Peya die Runde der letzten 16 Paare, gemeinsam mit der Deutschen Anna-Lena Grönefeld warf er Santiago Gonzalez/Natalie Grandin (MEX/RSA) 6:2,6:4 aus dem Bewerb.

Williams sensationell ausgeschieden

Bei den Damen hat die Deutsche Sabine Lisicki sensationell die Weltranglisten-Erste und Titelverteidigerin Serena Williams aus dem Bewerb geworfen. Die 23-jährige Berlinerin zog nach einem 6:2,1:6,6:4 ins Viertelfinale ein. Lisicki tifft nun auf die Estin Kaia Kanepi. Nach 34 Siegen in Folge war es die erste Niederlage für Williams. 2012 gewann sie in Wimbledon beim Grand-Slam-Turnier und bei Olympia jeweils Einzel und Doppel.

Der Melzer-Liveticker zum Nachlesen auf Seite 2!

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