Ahnungslose Kunden abkassiert

Notdienst-Abzocke – falscher Installateur muss in Haft

Mit Pfusch und Fantasie-Rechnungen soll ein 22-Jähriger zwei Dutzend Kunden abgezockt haben. Jetzt fasste er dafür zwei Jahre unbedingte Haft aus.
Christian Tomsits
13.07.2026, 14:53
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Saftige Haftstrafe für einen falschen Handwerker am Wiener Landl: Vor Kurzem wurde einem 22-jährigen Wiener wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung der Prozess gemacht. Der junge Mann fasste zwei Jahre unbedingter Haft aus und kassierte einen Widerruf zweier früherer bedingter Verurteilungen.

"Es tut mir leid, ich brauchte das Geld. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt", versuchte er vor Gericht sein Fehlverhalten – gewohnt schlecht – zu reparieren. Laut Anklage arbeitete der Ausbildungslose für eine Gruppe, die sich im Internet als seriöser Installateur- bzw. Elektriker-Notdienst ausgab. Bei zahlreichen Einsätzen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland soll er Reparaturen nur vorgetäuscht, Mängel erfunden und Leistungen verrechnet haben, die nie erbracht wurden.

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Immer wieder wurden Kunden mit angeblich notwendigen Ersatzteilen oder einem späteren Folgetermin hingehalten – obwohl dieser laut Anklage nie geplant war. Den Großteil des Geldes kassierte die Gruppe im Voraus, Überweisungen wurden wegen angeblicher Fehler sogar ein zweites Mal verlangt. "Ich war nur ein kleines Rädchen im System, habe das gemacht, was mein Chef mir angeschafft hat", meinte der Mandant von Star-Anwältin Astrid Wagner. Vom Kopf Bande – einem angeblichen "Herr Magister" – fehlt weiterhin jede Spur.

Star-Anwältin Astrid Wagner vertrat in der Causa am Wiener Landl.
Denise Auer

Das Vorgehen seiner Lakaien im Außendienst war dreist: Einem Kunden aus Horn (NÖ) wurde für die Behebung einer Küchenabfluss-Verstopfung und die Reparatur eines Siphons 890,80 Euro in Rechnung gestellt. Für eine Thermenwartung in Seebenstein kassierte der Mann 948 Euro, obwohl gar nichts gemacht wurde.  Für angebliche Messungen und eine Überprüfung einer Elektrotherme stellte der 22-Jährige gemeinsam mit einem Komplizen 761,60 Euro in Rechnung – ohne jegliche Leistung.

Der entstandene Schaden wird laut Anklage bei insgesamt zwanzig Kunden auf mehr als 8.500 Euro geschätzt, weitere Betrugsversuche scheiterten. Das Urteil ist noch bereits rechtskräftig. Nach der Haft will sich der falsche Installateur um seine Familie kümmern.

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