Die versprochene Videoüberwachung in Linz bleibt weiter aus - und sorgt erneut für Kritik. Schon Ende März hatte Heute.at berichtet, dass die Umsetzung an mehreren bekannten Problemorten feststeckt. Seither hat sich nichts getan.
Sicherheitsstadtrat Michael Raml findet nun deutliche Worte: "Es ist leider nur bei einer Ankündigung von Minister Karner geblieben", wird er von den "OÖN" zitiert, die nun auch über den Stillstand berichteten.
Dabei hatte die Stadt bereits im vergangenen Sommer reagiert und eine Liste mit konkreten Standorten nach Wien geschickt. Genannt wurden die Gegend rund um das Kremplhochhaus, der Bahnhofsvorplatz samt Park sowie der Volksgarten im Bereich der Goethekreuzung.
Doch seitdem ist Funkstille. Das Innenministerium leitete die Vorschläge an die Landespolizei weiter - konkrete Maßnahmen blieben aber aus. "Wir haben bisher nicht profitiert. Ich möchte das Thema aber beim kommenden Sicherheitsgipfel noch einmal ansprechen", sagt Raml.
Bereits im März war zudem bekannt geworden, dass es offenbar an formalen Schritten hapert. In der zuständigen Abteilung hieß es damals, ein Antrag liege gar nicht vor. Für die Stadt bedeutet das: zurück an den Start.
Der Druck wächst auch wegen mehrerer Gewaltvorfälle in kurzer Zeit. Für Aufsehen sorgte unter anderem ein Axt-Angriff am Südbahnhofmarkt. Zudem ging die Polizei zuletzt verstärkt gegen die Drogenszene rund um das Kremplhochhaus vor.
Für Raml bleibt klar: Kameras könnten helfen, die Sicherheit zu erhöhen und Straftaten besser aufzuklären. Kritik kommt weiterhin von politischer Seite, etwa von Grünen und KPÖ, die vor Eingriffen in Grundrechte warnen.
Im Mai soll nun ein Sicherheitsgipfel stattfinden, bei dem das Thema erneut diskutiert wird. Ob es danach tatsächlich vorangeht, ist offen.