Der Krieg in der Ukraine hat auch massive Auswirkungen auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger in Österreich nach sich gezogen. Neben den horrenden Lebensmittelpreisen sind auch die Kosten fürs Heizen in die Höhe geschnellt. Die unsichere Lage bezüglich Gas-Lieferungen aus Russland machen den Österreicherinnen und Österreichern zudem mächtig Sorge.
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Eine neue Umfrage des Gallup-Instituts zeigt, dass eine überwältigende Mehrheit von 83 Prozent der Bevölkerung Engpässe bei der Energieversorgung durch den Krieg befürchten. Darüber hinaus zeigt sich, dass die multiplen Krisenherde, die durch den Krieg aufgebrochen sind, den Menschen besonders zusetzen.
So geben 90 Prozent an, dass die massiven Preissteigerung bei Lebensmitteln und Energie für sie eine große Belastung sind. 79 Prozent haben zudem die Sorge von global-wirtschaftlichen Folgen, die in den nächsten Jahren, ausgelöst vom Krieg, Österreich und die Welt treffen.
Schlecht kommt bei den Ergebnissen der Umfrage die türkis-grüne Bundesregierung davon. Immer weniger Menschen im Land trauen den Verantwortungsträgern noch gelungene Maßnahmen gegen die brennenden Probleme zu. So sind nur noch 17 Prozent der Meinung, dass die Regierung genug tut, um die Versorgung mit Strom und Gas zu sichern.
Das groß-angekündigte Anti-Teuerungs-Paket, das zu Abfederung der Teuerungswelleund der Inflationdienen soll, ist nur für elf Prozent ausreichend. Zustimmung erfährt hingegen das Regierungsvorhaben, das Kohlekraftwerk Mellach zu reaktivieren – 61 Prozent sind damit einverstanden. 72 Prozent würden sich zudem wünschen, dass die Politik heimisches Gas und Öl in Zukunft fördert. Atomkraft wird jedoch von 76 Prozent abgelehnt.
In der Zukunft soll zudem auch auf erneuerbare Energie gesetzt werden, diese genießt mit 92 Prozent nach wie vor eine hohe Zustimmung. Bei der Frage, ob Klimaschutz oder Energieunabhängigkeit Vorrang haben sollte, zeigt sich die Bevölkerung indes gespalten. 45 Prozent plädieren für die Priorität des Klimaschutz, 43 für die Unabhängigkeit von dubiosen Energielieferanten.
Die Sorgen der Bevölkerung sind jedoch groß. "Zur Inflation gesellt sich nun auch die Angst vor einem kalten Winter. Die Versorgung mit Wärme ist für viele Menschen wichtiger als die Frage, woher diese kommt. Beim Thema Klima wird im Moment gezwungenermaßen ein Auge zugedrückt. Außerdem geht man davon aus, dass die umweltschädlichen Energiealternativen nur vorübergehend, zur Überbrückung der Notlage, genutzt werden. Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung nimmt an, dass der Krieg den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen beschleunigen wird“, sagt die Leiterin des Österreichischen Gallup-Instituts, Andrea Fronaschütz.
Die Zustimmung zu den Sanktionen der EU gegen Russland ist demnach in der Bevölkerung gesunken. Zeigten sich im Februar zu Kriegsausbruch noch 71 Prozent mit den Sanktionen gegenüber Russland einverstanden, so sind es jetzt nur noch 60 Prozent.