Lange galt die Beziehung zwischen Liam und Noel Gallagher als zerrüttet. Umso überraschender zeigten sich die beiden Oasis-Brüder nun bei den Filmfestspielen in Venedig vereint, lachend und einander umarmend.
Anlass war die Premiere einer neuen Dokumentation über ihre spektakuläre Reunion-Tour.
Wie "Südtirol News" berichtet, ignorierten die Bandmitglieder die üblichen Gepflogenheiten des Festivals: Statt an der Pressekonferenz teilzunehmen oder klassisch am roten Teppich vorzufahren, überraschten Liam und Noel die Fans direkt vor dem Festivalpalast, verteilten Autogramme und sorgten für Begeisterung.
Die Doku „Oasis: Don’t Look Back in Anger“ (ab 9. September im Kino) beleuchtet, wie sich die Brüder nach 15 Jahren Funkstille annäherten – ganz ohne großes Gespräch.
„Es sind britische Working-Class-Männer, also werden sie weder High-Fives austauschen noch sich umarmen oder weinen“, erklärt Drehbuchautor Steven Knight.
Im Film gesteht Liam, seinen Bruder wohl vermisst zu haben, während Noel sagt: „Es wurde alles vergeben, ohne dass ein Wort darüber verloren wurde.“ Die Musik habe sie wieder zusammengeführt.
Die Dokumentation von Dylan Southern und Will Lovelace stellt besonders die Bedeutung von Oasis für ihre Fans heraus. Konzertmitschnitte zeigen emotionale Reaktionen: Viele berichten, wie Songs wie „Don’t Look Back in Anger“ ihnen durch schwere Zeiten halfen. Einer vergleicht die Reunion: „Es ist wie die Wiedergeburt von Jesus.“
Intime Einblicke in das Bandleben bleiben rar, doch einige Momente hinter den Kulissen zeigen die angespannte, aber funktionierende Dynamik der Brüder.
Es wird auch der legendäre Streit von 2009 thematisiert, als Liam mit einer Zwetschke nach Noel warf und die Band sich trennte – der wahre Grund für die lange Funkstille bleibt aber offen.
Im Laufe der Tour werden die Gesten zwischen den Brüdern herzlicher. Ein Pfarrer, der Oasis in seiner Predigt zitiert, verdeutlicht den fast religiösen Status der Band unter ihren Fans.
Noel betont im Film, dass sie die Erzählung über Oasis von Skandalen hin zum musikalischen Erbe lenken wollen – ein Ziel, das mit der Reunion und der Doku unterstrichen wird.