50 Weltcupsiege hat Ski-Gigant Odermatt bereits gefeiert, 28 davon in seiner Spezialdisziplin. Kein Wunder also, dass der Schweizer der "Mister Riesentorlauf" ist. Tausende Fans strömen deshalb am Samstag zum Spektakel nach Adelboden, wollen den vierfachen Gesamtweltcupsieger triumphieren sehen – zum dann fünften Mal auf dem Chuenisbärgli.
Doch Odermatt bleibt eine ungewohnte Rolle: Der 28-Jährige ist der Jäger, trägt nicht das Rote Trikot des Weltcup-Führenden. Das hat nämlich Österreichs Parade-Riesentorläufer Stefan Brennsteiner auf den Schultern. "Das nervt mich schon ein bisschen", sagte der Schweizer vor seinem Heimrennen über die starke Konkurrenz aus Österreich im "ORF", freilich mit einem Lächeln auf den Lippen.
Tatsächlich sind die ÖSV-Läufer im Riesentorlauf so stark wie schon lange nicht mehr. Brennsteiner feierte in der laufenden Saison in Copper Mountain seinen Premierensieg, war in allen fünf Saisonrennen nie schlechter als Fünfter, landete zweimal am Stockerl. Schwarz meldete sich nach seinem Kreuzbandriss endgültig in der Weltspitze zurück, gewann den bisher letzten Riesentorlauf auf der Gran Risa in Alta Badia. Rot-Weiß-Rot ist also bestens in Form.
Das rang auch Odermatt Respekt ab. "Marco hat es schon sehr oft gezeigt, ist nach der Verletzung wieder voll zurück. Und bei Stefan wusste man immer, dass er sehr schnell ist, er hat viele schnelle Läufe gezeigt. Dass er jetzt so stark ist und das Rote Trikot hier in Adelboden tragen darf, nervt mich schon ein bisschen", schmunzelte der Schweizer.