Österreich hat sein erstes WM-Spiel seit 28 Jahren gewonnen. Gegen Jordanien holten David Alaba, Marko Arnautovic und Co. am Mittwoch einen 3:1-Erfolg. Auch dank Arnautovic, der in der Nachspielzeit per Elfmeter den Endstand fixierte (90+12.). Allerdings war der Fußball-Routinier erst von der Bank ins Spiel gekommen.
"Das war ein Rollercoaster. Wir haben früh erfahren, wie die Startelf ist. Ich will immer auf dem Platz stehen. Ich habe die Entscheidung akzeptiert, ich bin aber einer, der schon ein bisschen beleidigt und sauer ist", erklärte Arnautovic am Freitag, drei Tage nach dem Auftaktsieg der Österreicher, zu seinem Bank-Platz. Es sei aber "wichtig" gewesen, "dass wir von der Bank den Spielern ein gutes Gefühl geben, dass wir aber auch performen, wenn wir reinkommen", erzählte der Roter-Stern-Stürmer. Entscheidend sei ohnehin gewesen, "dass die Mannschaft performt und dass wir gewinnen."
Und so war es auch. Rot-Weiß-Rot holte den ersten WM-Sieg seit 1990, bekommt es nun mit dem amtierenden Weltmeister Argentinien zu tun. Ein besonderes Match, auch für Arnautovic. Gerade auch deshalb, weil es gegen Lionel Messi geht. "Über ihn brauchen wir nicht reden, der ist der Größte aller Zeiten, es wird nie wieder so einen Großen geben. Damit ist alles gesagt", so Österreichs Rekord-Teamspieler, der lieber die Mannschaftsstärke der Südamerikaner hervorheben wollte. "Argentinien ist eine der größten Nationen, wenn nicht die Größte. Man muss auf alle aufpassen, nicht nur auf Messi", sagte Arnautovic, der auch auf die Aussagen von Argentinien-Keeper Emiliano Martinez, wonach Algerien Österreich schlagen werde, angesprochen wurde, aber nur milde lächeln konnte: "Wenn das seine Meinung ist, dann soll das so sein."
Ein Kriterium könnte für das Spiel gegen den amtierenden Weltmeister aber die Beginnzeit sein. 12 Uhr mittags in Dallas, das ist 10 Uhr vormittags in Santa Barbara, wo das ÖFB-Team sein WM-Camp aufgeschlagen hat. "In der Früh darfst du mich nicht anreden. Da ist es ganz schwierig", schmunzelte der gut gelaunte Arnautovic. "Ich werde schauen, dass ich schon um 6 Uhr aufstehe", lachte der Star-Stürmer, meinte aber: "Argentinien muss auch um 12 Uhr auf dem Platz stehen."
Bei dem Medientermin am Freitag saß mit Arnautovic der älteste ÖFB-Teamspieler, und mit Paul Wanner das rot-weiß-rote "Küken" auf dem Podium. Darauf angesprochen zu werden, passte Arnautovic nicht, er nahm es aber mit Humor. "Man kann sehr viel von ihm lernen. Er hat viel in seiner Karriere erlebt – sportlich, aber auch als Charakter. Es macht Spaß, von ihm zu lernen. Er tut jedem gut, hilft jedem Einzelnen", meinte Wanner auf Arnautovic angesprochen.
"Brav", quittierte der Stürmerstar die lobenden Worte schmunzelnd. "Wir haben jahrelang gekämpft, dass er sich für uns entscheidet. Gott sei Dank hat er sich für uns entschieden. Er ist ein super Junge, bodenständig, macht seine Sache tadellos. Er ist unter meiner Kontrolle, das passt dann schon", schmunzelte Arnautovic.