Bei der Bohrung Welchau-1 in Molln wurde Leichtöl gefunden, es gibt auch Hinweise auf Gaskondensat. Für den australischen Konzern ADX Energy sind die jüngsten Testergebnisse ein wichtiger Schritt. Doch wie geht es jetzt konkret weiter?
Technisch stehen weitere Testarbeiten an. Bisher wurde nur eine der entdeckten Gesteinsschichten genauer geprüft. Insgesamt waren im Frühjahr 2024 vier sogenannte Karbonat-Formationen mit Hinweisen auf Öl und Gas entdeckt worden. Nun sollen Volumen, Druck und Fließeigenschaften genauer analysiert werden. Erst danach kann beurteilt werden, ob eine wirtschaftliche Förderung überhaupt möglich ist.
Parallel dazu läuft das juristische Verfahren. Zwar durfte ADX nach einer Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts Oberösterreich im September 2025 die Tests wieder aufnehmen. Doch der Verwaltungsgerichtshof stellte später klar, dass Beschwerden mehrerer Umweltorganisationen zu Unrecht zurückgewiesen worden waren. Das Verfahren liegt nun wieder beim Landesverwaltungsgericht.
Dieses muss prüfen, ob die Genehmigung für die Testbohrung rechtmäßig erteilt wurde. Konkret geht es um mögliche Verstöße gegen EU-Naturschutzrecht und um streng geschützte Tier- und Pflanzenarten im Umfeld der Bohrstelle. Im schlimmsten Fall könnte die Genehmigung nachträglich aufgehoben werden. Dann stünde das Projekt erneut auf der Kippe.
Für ADX bedeutet das: Selbst wenn die geologischen Daten vielversprechend sind, bleibt die rechtliche Unsicherheit. Erst wenn sowohl die technischen Tests positiv ausfallen als auch alle Genehmigungen endgültig abgesichert sind, könnte ein Förderkonzept ausgearbeitet werden. Dazu wären weitere behördliche Verfahren notwendig. Fest steht: In Molln entscheidet sich die Zukunft des Projekts auf zwei Ebenen – im Untergrund und vor Gericht.