Bei der Testbohrung Welchau-1 in Molln gibt es neue Hinweise auf ein mögliches Ölvorkommen. Eine aktuelle Probe zeigt laut ADX Energy dieselbe Beschaffenheit wie bereits zuvor entdecktes Leichtöl. Für Firmenchef Ian Tchacos sind die Ergebnisse "sehr ermutigend". Neben Leichtöl könnte auch tiefer liegendes Gaskondensat vorhanden sein.
Im Mittelpunkt der Tests steht die sogenannte Reifling-Formation. Dabei handelt es sich um eine Gesteinsschicht aus Kalkstein, die vor rund 240 Millionen Jahren entstanden ist. Solche Kalkschichten können durch Risse und Klüfte Öl und Gas speichern. Die Reifling-Formation ist in Welchau rund 128 Meter dick und die oberste von insgesamt vier möglichen Lagerstätten, die bei der Bohrung entdeckt wurden.
Insgesamt stieß die Bohrung im Frühjahr 2024 auf einer Strecke von etwa 450 Metern auf Hinweise auf Öl und Gas. Bisher wurde aber nur eine dieser Schichten genauer getestet. Laut Unternehmen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sich das mögliche Ölvorkommen weiter nach Westen ausdehnen könnte.
Die Arbeiten waren zwischenzeitlich gestoppt worden. Umweltorganisationen hatten gegen die Genehmigung Beschwerde eingelegt. Im September 2025 durfte ADX nach einer Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts Oberösterreich weiter testen.
Allerdings ist der Fall weiter offen. Der Verwaltungsgerichtshof entschied im Dezember 2025, dass die Beschwerden von Alpenverein, Naturschutzbund, Greenpeace und Umweltdachverband zu Unrecht zurückgewiesen wurden. Das Landesverwaltungsgericht muss sich nun inhaltlich mit den Vorwürfen befassen. Dabei geht es um mögliche Gefahren für streng geschützte Tier- und Pflanzenarten in dem sensiblen Naturgebiet.
ADX verweist auf die wirtschaftlichen Chancen. Die Bohrung liegt an Land und nahe bestehender Gasleitungen. Das würde eine spätere Förderung erleichtern.