Auswirkung auch bei uns

"Sprit sollte billiger werden": Experte nach US-Angriff

Der US-Angriff auf Venezuela mit der Gefangennahme des Staatschefs Nicolás Maduro wird sich auf uns auswirken.
Michael Pollak
07.01.2026, 20:10
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Die Eskalation am anderen Ende der Welt werden auch wir in Österreich spüren. Jetzt dreht sich alles um das "Schwarze Gold". Die USA haben es auf das Öl des Krisenlandes abgesehen, hier schlummern die größten Reserven. Experten sagen, es sind 17 Prozent der weltweiten unangetasteten Reserven.

Aktuell liegt die Industrie völlig brach: Noch in den 1970er Jahren wurden in Venezuela täglich 3,5 Millionen Fässer Rohöl gefördert, vor zwei Monaten waren es nur mehr 0,9 Millionen "Barrel", die aus dem Boden gepumpt wurden, das berichtet der ORF.

Die Gründe dafür: Sanktionen der USA – früher waren sie die größten Käufer venezolanischen Öls – und die Verstaatlichung der Öl-Produktion.

Jetzt aber will der US-Präsident die Öl-Produktion mit voller Kraft vorantreiben. Donald Trump kündigte als ersten Schritt an, bis zu 50 Millionen Barrel direkt in die USA zu verfrachten. "Dieses Öl wird zu seinem Marktpreis verkauft, und das Geld wird von mir als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kontrolliert, um sicherzustellen, dass es zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten verwendet wird", schreibt er auf Truth Social.

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Schon bald sollen US-Öl-Giganten wieder massiv in die Infrastruktur im südamerikanischen Land investieren, die Quellen sollen wieder sprudeln.

"Heute" fragte bei Experten nach, was hat das für Auswirkungen bei uns an den Zapfsäulen? Finanzexperte Nikolaus Jilch meint zwar, es sei zu früh, um eine genaue Prognose abzugeben, aber: "Vom Gefühl her, sollte Sprit bei uns billiger werden. Die USA haben Zugriff auf mehr Öl, deswegen sollte der Preis zumindest nicht steigen."

Schon jetzt ist Rohöl billig

ÖAMTC-Experte Dominik Graf stimmt dem zu, "aber derzeit ist der Preis von Rohöl schon so niedrig und diese Senkung ist noch nicht an unseren Tankstellen angekommen. Wenn jetzt Öl noch billiger wird, dann wird es nur in sehr geringem Ausmaß weitergegeben."

Die kurzfristige Entlastung könnte also ausfallen, aber: "Es spricht eher dafür, dass langfristig Sprit günstiger wird, wenn dann die höhere Menge am Markt angekommen ist."

Dennoch sieht der Experte auch da einige bremsende Faktoren: "Richtung 1.30 Euro pro Liter wird es wohl nicht gehen, da haben die Konzerne kaum mehr Anreize zu liefern – der Profit sinkt und ihre Fixkosten, etwa die Raffinerien, sind sehr teuer."

Zweitens wird wohl die OPEC, die Organisation erdölexportierender Länder, versuchen, den Preis zu stabilisieren, sie könnten etwa die Förderung in ihren Mitgliedsländern stark drosseln.

Und schließlich: Es ist noch sehr ungewiss, wie Trumps Pläne auch wirklich umgesetzt werden.

{title && {title} } POM, {title && {title} } 07.01.2026, 20:10
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