Atom-Streit

EU forciert Mini-AKWs – Minister steigt auf Barrikaden

Eine Studie bestätigt: Kleine modulare Reaktoren sind laut Umweltbundesamt für Europas Klimaziele weder rasch noch wirtschaftlich sinnvoll.
Newsdesk Heute
17.05.2026, 09:37
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Die Europäische Kommission setzt in ihrer am 10. März vorgestellten SMR-Strategie verstärkt auf kleine modulare Kernreaktoren (SMRs). Sie sieht diese als wichtigen Bestandteil der europäischen Energie- und Klimapolitik. Damit will die EU die Entwicklung von SMRs beschleunigen, eine eigene Nuklearindustrie aufbauen und diese auch mit Gemeinschaftsgeldern fördern.

So ist etwa geplant, InvestEU bis 2028 um 200 Millionen Euro aufzustocken, um erste kommerzielle Reaktoren zu unterstützen. Österreich lehnt diese Pläne aber strikt ab – vor allem die Verwendung von EU-Geldern für die Entwicklung und Förderung von SMRs.

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Klare Ablehnung von Totschnig

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) hat deshalb das Umweltbundesamt mit einer Studie zu den "Rahmenbedingungen für kleine modulare Reaktoren in den Euratom-Mitgliedstaaten" beauftragt. Ziel war es, eine faktenbasierte Grundlage für die Bewertung von Kostenentwicklung, Marktpotenzial und Umsetzbarkeit von SMRs in Europa zu schaffen.

Umweltminister Norbert Totschnig bringt es auf den Punkt: "Die Studie zeigt klar: Small Modular Reactors sind weder eine rasch verfügbare noch eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung für die aktuellen klima- und energiepolitischen Herausforderungen Europas. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die EU-Kommission auf eine Technologie setzt, die erst entwickelt werden muss, während sichere, kostengünstigere und sofort verfügbare erneuerbare Alternativen bereits heute zur Verfügung stehen."

Österreich lehne die Finanzierung von SMRs mit EU-Geldern daher entschieden ab. "Stattdessen setzen wir auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Hier sind wir seit vielen Jahren Vorreiter und wir werden diesen rot-weiß-roten Erfolgsweg konsequent weitergehen."

Einsatz höchst fraglich

Auch Verena Ehold, Geschäftsführerin des Umweltbundesamts, sieht das so: "Wir haben die Technologieentwicklung und das Marktpotenzial kleiner modularer Reaktoren in der EU analysiert. Dabei wird deutlich: SMRs werden auf absehbare Zeit weder wirtschaftlich noch in ausreichendem Umfang verfügbar sein und daher kurzfristig keinen substanziellen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten können. Vielmehr braucht es Investitionen in bewährte und verfügbare Technologien wie etwa erneuerbare Energien."

Österreich fordert außerdem, dass für SMRs jedenfalls die gleichen hohen Sicherheitsanforderungen wie für große Kernkraftwerke gelten müssen. Insgesamt kommt die Studie zum Schluss, dass ein breiter und wirtschaftlicher Einsatz von SMRs in Europa angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen auf absehbare Zeit höchst fraglich ist.

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