San Francisco. Eine Stadt der großen Sportmomente. Vor wenigen Wochen hallten dort österreichische Jubelschreie durch die Straßen: Bei der Fußball-WM sorgte das ÖFB-Team mit einem 3:1 gegen Jordanien für Begeisterung und machte den nächsten Schritt Richtung K.-o.-Phase.
Doch kaum ist die eine Weltmeisterschaft vorbei, wartet bereits die nächste. Und diesmal geht es nicht um Tore, sondern um Donnerschocks und Flammenwürfe.
Mitten hinein in diese große Bühne reist Theodor Miklas aus Zwettl. Der erst elfjährige Schüler gehört zu den besten Pokémon-Sammelkarten-Spielern der Welt und wird Österreich im August bei der Pokémon-Weltmeisterschaft in San Francisco vertreten.
Ein kleiner Trainer aus Niederösterreich auf der Jagd nach dem ganz großen Titel.
Dabei begann alles ganz unscheinbar. 2023 kauften Theodor und sein Vater die ersten Pokémon-Karten. Gemeinsam lernten sie die Regeln des Trading Card Games.
Aus einem gemeinsamen Hobby wurde schnell mehr.
Theodor spielte erste Turniere in Österreich, sammelte Erfahrung und vor allem Punkte. Denn für die Weltmeisterschaft reicht Begeisterung allein nicht. Nur die besten Spielerinnen und Spieler der Welt schaffen die Qualifikation.
Mittlerweile ist der Elfjährige die Nummer eins der europäischen Juniorenrangliste und liegt weltweit sogar auf Platz fünf.
Während Fußballer im Stadion vor Tausenden Fans einen Ball ins Netz jagen müssen, zocken die Pokémon-Trainer mit Karten und kleinen Monstern. Doch die Emotionen sind dieselben: Nervosität, Druck und der Traum, am Ende ganz oben zu stehen.
Bei der WM in San Francisco kämpfen die besten Trainer der Welt um rund zwei Millionen US-Dollar Preisgeld.
Theodor hat bereits ein klares Ziel: "Ich würde gerne die Top Acht erreichen, weil man da coole Gewinne bekommt."
Vielleicht steht also schon der nächste österreichische Sportmoment in San Francisco bevor.