Der Messenger Signal erweitert seine App um mehrere neue Funktionen, die den Alltag in Gruppenchats erleichtern sollen. Das Update bringt mehr Möglichkeiten für Administratoren, verbessert die Organisation der Chatliste und erweitert die Steuerung bei Sprach- und Videoanrufen. Die Neuerungen stehen in der aktuellen Version für Android, iOS und Desktop zur Verfügung. Signal zählt weltweit zu den bekanntesten Messengern mit Fokus auf Datenschutz und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Mit dem aktuellen Update reagiert die gemeinnützige Signal Foundation auf häufig geäußerte Wünsche ihrer Nutzer.
Die wohl wichtigste Neuerung betrifft Gruppenchats. Künftig können Gruppenadministratoren nicht mehr nur ihre eigenen Nachrichten entfernen, sondern auch Beiträge anderer Mitglieder löschen. Diese Möglichkeit besteht aber nur für Nachrichten, die innerhalb der vergangenen 24 Stunden verschickt wurden. Wird eine Nachricht entfernt, erscheint im Chat ein Hinweis, dass sie von einem Administrator gelöscht wurde. So bleibt für Gruppenmitglieder nachvollziehbar, dass eine Moderation stattgefunden hat. Vor allem größere Gruppen oder Communitys erhalten mehr Möglichkeiten, Gespräche zu organisieren und problematische Inhalte schnell zu löschen.
Auch die Chatübersicht wurde überarbeitet. Bislang konnten Nutzer lediglich vier Chats dauerhaft oben in ihrer Chatliste anheften. Diese Grenze wurde nun deutlich angehoben. Ab sofort lassen sich bis zu zehn Unterhaltungen fixieren. Dadurch bleiben häufig genutzte Kontakte oder Gruppen leichter erreichbar, ohne lange durch die Chatliste scrollen zu müssen. Gerade Nutzer mit vielen Gesprächen sollen so schneller auf ihre wichtigsten Unterhaltungen zugreifen können.
Verbesserungen gibt es außerdem bei Sprach- und Videoanrufen mit mehreren Teilnehmern. Während eines Gruppenanrufs können Teilnehmer nun andere Personen vorübergehend stummschalten. Dadurch lassen sich störende Hintergrundgeräusche reduzieren und Gespräche einfacher organisieren. Die Stummschaltung ist allerdings nicht dauerhaft. Betroffene Teilnehmer können ihr Mikrofon jederzeit selbst wieder aktivieren und sich erneut am Gespräch beteiligen.
Mit den neuen Funktionen möchte Signal nach eigenen Angaben die Bedienung vereinfachen, ohne beim Datenschutz Kompromisse einzugehen. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil des Messengers. Entwickelt wird Signal von der gemeinnützigen Signal Foundation, die 2018 von Signal-Erfinder Moxie Marlinspike und dem ehemaligen WhatsApp-Mitgründer Brian Acton gegründet wurde. Finanziert wird die Stiftung über Spenden.
Ein besonderes Merkmal von Signal bleibt der öffentlich zugängliche Quellcode. Die Software kann von unabhängigen Entwicklern und Sicherheitsexperten überprüft werden. Dadurch soll sich nachvollziehen lassen, wie der Messenger arbeitet und ob Sicherheitslücken oder versteckte Funktionen vorhanden sind. Nach Angaben der Stiftung soll diese Offenheit dazu beitragen, hohe Sicherheits- und Datenschutzstandards dauerhaft sicherzustellen. Mit den aktuellen Neuerungen baut Signal seinen Messenger weiter aus.