Der österreichische Fotokünstler Heinz Cibulka ist tot. Er starb am vergangenen Freitag im Alter von 83 Jahren im Beisein seiner Familie in seinem Haus in Ladendorf im niederösterreichischen Weinviertel. Das teilte der Fotohof Salzburg unter Berufung auf Cibulkas Frau Magdalena Frey mit.
Cibulka war eng mit dem Wiener Aktionismus verbunden und entwickelte daraus eine eigenständige fotografische Bildsprache. Seit den 1970er-Jahren wurde sein Werk in zahlreichen Ausstellungen gezeigt.
Der 1943 in Wien geborene Künstler absolvierte seine Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt. Schon früh kam er dort mit dem Wiener Aktionismus in Kontakt. Er dokumentierte unter anderem Aktionen von Hermann Nitsch und Rudolf Schwarzkogler und wirkte auch selbst an Projekten der Künstler mit. Diese Erfahrungen prägten seine spätere Arbeit nachhaltig.
Besonders bekannt wurde Cibulka mit seinen sogenannten "Bildgedichten". Dabei kombinierte er jeweils vier einzelne Fotografien zu einer neuen Komposition. Seine Arbeiten waren unter anderem 2012 in den Ausstellungen "Stadtquartette" und "Im Takt von Hell und Dunkel" bei WestLicht in Wien sowie im Museumszentrum Mistelbach zu sehen.
2019 widmete ihm die Landesgalerie Niederösterreich die Personale "bin ich schon ein bild?". Cibulka beschäftigte sich zudem früh mit den Möglichkeiten der digitalen Fotografie. Sein künstlerisches Schaffen ging jedoch weit über das Fotografische hinaus: Er arbeitete mit Performances und Naturmaterialien und verfasste auch literarische Texte.
Für sein umfangreiches Werk wurde Cibulka mehrfach ausgezeichnet. Zu seinen Ehrungen zählen der Niederösterreichische Landespreis für Fotografie (1994), der österreichische Würdigungspreis für Fotografie (1997), der "Serbetia ter"-Preis in Neapel (1998) sowie die Goldmedaille der Photographischen Gesellschaft Wien (2006).