Seit fast 1.000 Tagen steckt er im nahezu 10.000 Kilometer entfernten Kolumbien fest. Für den rund 30-jährigen Österreicher klickten im April 2023 am Flughafen von Bogotá die Handschellen. Zuvor war in seinem Koffer dem Vernehmen nach "eine größere Menge Drogen" gefunden worden. Die sollen dem Touristen jedoch untergejubelt worden sein.
Da auf Schmuggel in Kolumbien schwere Strafen drohen, wurde der bisher Unbescholtene zu einer Haftstrafe verdonnert. Diese sitzt er wohl in einem der berüchtigtsten Gang-Gefängnisse der Welt ein, im sogenannten "La Modelo"-Knast in der kolumbianischen Hauptstadt etwa hausen auf engstem Raum rund 15.000 Häftlinge, darunter Mörder und schwerstkriminelle Kartellmitglieder.
Die Haftbedingungen im südamerikanischen Staat sind sicherlich nicht mit europäischen Standards im Strafvollzug zu vergleichen. Der Österreicher soll Angehörigen in der Gefangenschaft von Mithäftlingen schlecht behandelt werden, müsste in seiner Zelle zuweilen sogar Hunger leiden.
"Wir sind mit dem Betroffenen und seinen Angehörigen hier in Österreich in Kontakt. Er wird bestmöglich konsularisch betreut", versicherte das Außenministerium gegenüber "Heute". Auch das Justizministerium kämpft für eine baldige Überstellung nach Österreich, doch die Behörden in Bogotá blockieren bisher.
Der Bruder ist verzweifelt. "Er fehlt mir jeden Tag." Es gibt ein weiteres Problem: Neben dem Strafrechtlichen fordert Kolumbien auch zivilrechtliche Entschädigungen vor einer möglichen Freilassung ein – und da geht es um viel Geld. Daher ist die Familie auf Spenden angewiesen. Der größte Wunsch der Verwandtschaft des Gefangenen? "Dass er zu Weihnachten zu Hause ist…"