"Habe Internet kaputtgemacht"

Österreicher löst mit KI-Assistent globalen Hype aus

Ein Wiener Entwickler löst mit einer neuen KI einen weltweiten Hype aus. Dass der Bot selbstständig handelt begeistert und beunruhigt zugleich.
Nick Wolfinger
05.02.2026, 18:18
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Was als harmloses Nebenprojekt begann, sorgt plötzlich für Aufregung im Silicon Valley: Der Entwickler Peter Steinberger hat mit seiner KI Clawdbot einen Nerv getroffen. Das Tool wurde erst in Moltbot, später in Open Claw umbenannt – und gilt vielen als der erste wirklich handlungsfähige KI-Assistent.

"Ich habe definitiv das Internet kaputt gemacht für ein paar Tage", erzählte der Oberösterreicher nun in einem Exklusivinterview der "Zeit im Bild". Der TU-Wien-Absolvent kann sich vor Interviewanfragen derzeit kaum noch erwehren. Den Erfolg erklärt er sich wie folgt: "Ich glaube, OpenClaw hat vielen Leuten gezeigt, wie gut KI eigentlich schon im Problemlösen ist."

KI übernimmt Aufgaben

Was OpenClaw von KI-Programmen wie ChatGPT oder Grok unterscheidet ist einfach erklärt: Open Claw beantwortet nicht nur Fragen, sondern führt Aufgaben selbstständig aus. Die KI sitzt sozusagen virtuell vor deinem Computer und arbeitet wie dein persönlicher Assistent. Es klickt sich durch Webseiten, füllt Formulare aus, verschickt E-Mails, organisiert Termine oder steuert Programme. Alles läuft direkt auf dem eigenen Rechner, nicht in einer fernen Cloud.

Was kann OpenClaw?

■ Der Assistent arbeitet autonom im Hintergrund: Er kann eigenständig E-Mails beantworten, Flug-Check-ins machen, deinen Kalender verwalten und Webseiten bedienen.

■ Du steuerst ihn über Messenger wie WhatsApp, Telegram oder Signal, so ähnlich wie einen digitalen Mitarbeiter.

■ Er kann Programme direkt auf deinem PC ausführen, Formulare ausfüllen und Befehle im Terminal absetzen.

■ OpenClaw merkt sich länger Kontext und führt Aufgaben auch über Tage und Wochen selbstständig aus.

Genau das macht das Projekt so besonders – und so mächtig. Entwickler weltweit experimentieren damit, lassen den Agenten Autos suchen, Preise vergleichen oder Büroarbeit erledigen. In einem Fall soll Open Claw beim Autokauf sogar mehrere tausend Dollar Ersparnis herausgeholt haben.

„OpenClaw ist wie ein Geist, der vor deinem Computer sitzt, die Tastatur und die Maus bedienen kann – und genau das gleiche machen kann wie ich – und ich kann mit diesem Geist einfach über WhatsApp schreiben, was ich möchte, und er macht es dann“
Peter Steinbergerim ORF-Interview zur Frage, wie man OpenClaw am besten erklären kann

Steinberger von Hype überrascht

Der Hype kam völlig unerwartet. Steinberger selbst sagt, Open Claw sei nur eines von mehreren Nebenprojekten. Trotzdem explodierte das Interesse in sozialen Netzwerken, Tech-Medien berichteten weltweit. Sogar große KI-Konzerne wurden nervös. Der Österreicher denkt inzwischen offen darüber nach, zeitweise ins Silicon Valley zu gehen. "Ich glaube, das war die stressigste Woche meines Lebens", erzählte er nun im Gespräch mit dem ORF.

Doch es gibt auch Schattenseiten. Damit Open Claw arbeiten kann, braucht die KI weitreichende Zugriffsrechte auf den Computer. Sicherheitsexperten warnen: Wenn etwas schiefgeht oder manipuliert wird, kann der Schaden groß sein. Dazu kommen Betrüger, die den Hype ausnutzen und gefälschte Versionen oder Abzocke-Projekte verbreiten.

Noch nicht massentauglich

Auch für Normalnutzer ist Open Claw derzeit nichts für Einsteiger. Die Einrichtung ist technisch anspruchsvoll, falsche Befehle können reale Folgen haben. Die Entwickler-Community spricht offen von einem Werkzeug, das Verantwortung verlangt.

Warum ist OpenClaw so riskant?

■ Um wirklich zu handeln, braucht OpenClaw volle Systemrechte auf deinem Rechner – das kann ein Sicherheitsrisiko sein.

■ Wegen des Hypes tauchen gefälschte Repositories und Betrugs-Tokens im Netz auf. Bereits früher wurden darüber Millionen verloren.

■ Wenn die KI "halluziniert" (also falsche Anweisungen generiert), kann sie z. B. Nachrichten an die falschen Adressen senden oder Aktionen auslösen, die du nicht willst.

■ Für die meisten Normalnutzer ist die Installation technisch nicht trivial – ohne Erfahrung mit Kommandozeile, Docker oder Shell-Befehlen solltest du die Finger davon lassen.

Fazit: Open Claw zeigt eindrucksvoll, wie die Zukunft der KI aussehen könnte – nicht nur als Plauderer, sondern als echter digitaler Arbeiter. Ob daraus eine Revolution oder ein Sicherheitsproblem wird, entscheidet sich jetzt.

KI-Assistenten haben eigenes Forum

Auf Basis dieser selbstständig handelnden KI-Assistenten haben andere Programmierer noch eins drauf gesetzt. Sie haben mit "Moltbook" eine Art Facebook oder Reddit für diese KI-Bots erschaffen. In diesem öffentlich einsehbaren Forum, zu dem die KI-Bots von ihren "Herrchen" und "Frauchen" angemeldet werden, können sich diese ungefiltert über verschiedene Themen unterhalten – was sowohl zu unterhaltsamen als auch beängstigenden Ergebnissen führt.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 05.02.2026, 18:18
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