Wintersport

ÖSV reagierte erst zwei Stunden nach Mayer-Rücktritt

Matthias Mayer beendet seine Ski-Karriere. Der Kärntner trat unmittelbar vor dem Super-G von Bormio vom aktiven Sport zurück. 
Heute Redaktion
29.12.2022, 12:27
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olympia live
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Das kam völlig überraschend. Der 32-Jährige absolvierte nach einer überstandenen Magen-Darm-Erkrankung am Donnerstag noch die Streckenbesichtigung, ehe er beim Interview danach völlig überraschend zurücktrat. "Ich brauche keinen Grund, ich habe das Gefühl, dass es passt", so Mayer. 

Seinen Abschied vom alpinen Skisport verkündete Mayer live während des Interviews in der "Zeit im Bild" um 9 Uhr. Und überrasche damit nicht nur seine Ski-Kollegen, sondern auch den Österreichischen Skiverband. "Niemand war eingeweiht", lachte Mayer schließlich.

ÖSV-Präsidentin würdigt Mayer

Das merkte man auch an der Reaktion des Skiverbands. Während sein Coach Sepp Brunner in Bormio erklärte, dass der Kärntner zwar nach der Saison 2021/22 über den Rücktritt nachdachte, sich aber zum Weitermachen entschied und völlig normal trainierte, brauchte der rot-weiß-rote Skiverband über zwei Stunden, um per offizieller Mitteilung den Rücktritt des dreimaligen Olympiasiegers zu verkünden. Um exakt 11.30 Uhr wurde die Aussendung publiziert. Der Verband würdigte freilich die Erfolge des Sieg-Läufers. 

"Matthias hat uns nicht nur in vielen Rennen, sondern auch mit dem Zeitpunkt seines Rücktritts überrascht, aber das ist seine persönliche Entscheidung und die gilt es zu respektieren. Matthias hat unauslöschliche Spuren im Skisport hinterlassen. Seine Fähigkeit, bei Großevents noch einmal ein Schäuferl draufzulegen und im entscheidenden Moment die beste Leistung abrufen zu können, war einmalig. Er war auf der Piste ein Ausnahmekönner, aber nicht nur in sportlicher Hinsicht ein Vorbild. Mit seiner bescheidenen und bodenständigen Art war er sowohl bei seinen Teamkollegen als auch bei den Fans beliebt", würdigte die ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober die Karriere des 32-Jährigen. 

Und deutete bereits an, dass der ÖSV versuchen werde, den nun zurückgetretenen Kärntner im Skisport zu halten – nach einer Zeit, um Abstand zu gewinnen. 

"Fast aus dem Sessel gehaut"

"Mich hat es fast aus dem Sessel gehauen, ich war völlig überrascht. Seine Entscheidung müssen wir natürlich akzeptieren. Die Lücke, die er im Team hinterlässt ist riesengroß und wird auch so rasch nicht geschlossen werden.", zeigte sich auch Herbert Mandl, der Sportliche Leiter im Skiverband, fassungslos. "Es hat in den letzten Tagen für diesen Schritt eigentlich keine Anzeichen gegeben - natürlich ist es extrem schade für uns als Skiverband, dass wir so einen Ausnahmeathleten verlieren, aber ich wünsche ihm für seine weitere Zukunft alles Gute! Was er geleistet hat, drei Mal Olympiasieger, bei drei unterschiedlichen Olympischen Spielen, ist einfach unglaublich und die Mannschaft verliert da sicher einen Leader", trauerte auch Herren-Cheftrainer Marko Pfeifer dem 32-Jährigen nach. 

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