Haaser im "Heute"-Talk

ÖSV-Topstar: "Hoffe, wir sind schneller als Ferrari"

Weltmeister Raphael Haaser heuerte im Sommer bei Atomic an. Der Ski-Star hofft, mit neuem Material an alte Erfolge anknüpfen zu können.
Erich Elsigan
15.10.2025, 07:07
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Neustart für Raphael Haaser! Der Riesentorlauf-Weltmeister von Saalbach wagte vor dem Olympia-Winter einen Materialwechsel, tauschte seine Fischer-Ski gegen Atomic-Latten. "Das ist so ähnlich, wie wenn man in der Formel 1 ein anderes Auto fährt", erklärt der Tiroler im "Heute"-Gespräch. Von der Farbe her entspricht Atomic einem Ferrari. "Stimmt, aber ich hoffe, wir sind schneller", hat Haaser die aktuelle Krise der "Scuderia" im Kopf.

Der 28-Jährige wartet noch auf seinen ersten Weltcup-Sieg. Dafür räumte er im Februar bei der Heim-WM mit Gold und Silber ab. "Ich habe seitdem mehr Termine, das ist manchmal stressig. Aber das alltägliche Leben ist unverändert. Ich muss nach wie vor trainieren, mir bleibt auch als Weltmeister nichts erspart."

Fakt ist: In elf Tagen zählt der "Iceman" beim Saisonstart in Sölden zu den großen Gejagten. "Es geht wieder bei null los", bremst Haaser, der heuer von Andi Evers, dem Ex-Coach von Hermann Maier, trainiert wird. Mit den Methoden, die die Legende formten? "Manches kann man hernehmen und adaptieren, aber der Sport hat sich weiterentwickelt. Schön und gut, was gewesen ist, aber jetzt muss man in die Zukunft blicken."

Noch nicht präsent ist beim rot-weiß-roten Skistar das Thema künstliche Intelligenz. "Ich wüsste nicht, wie sie mir helfen soll. Ich kann sie fragen, wie ich einen Schwung fahren soll, aber das weiß ich selbst auch. Wenn, dann hapert es an der Umsetzung."

Dieses Problem hatten in der Vorsaison mehrere ÖSV-Herren – keiner schaffte es im Gesamtweltcup in die Top 10. "Tragisch. Es zeigt halt, dass die anderen Nationen auch keine Nasenbohrer sind. Das ist natürlich nicht unser Anspruch. Es wäre gut, wenn wir heuer öfter vorne ein Wort mitreden können."

Den Sommerurlaub verbrachte Haaser, der im Zivilberuf Polizist ist, in Schottland – mit Auto und Dachzelt. "Viel Ruhe, viel Natur, schöne Städte. Nur das Essen war ein Manko, ich bin kein Fan von paniertem Fisch. Der Haggis war dafür gut. Ich bin halt eher für stinknormale Hausmannskost. –Schnitzel, Kaiserschmarren, Scheiterhaufen, Schupfnudeln." Dass bei derlei Gerichten die Ernährungswissenschafter Alarm schlagen, lässt den Sportler kalt. "Man muss selbst spüren, was einem guttut."

Wie sehen Haasers Ziele im ersten Winter als Weltmeister aus? "In jedem Rennen ganz oben stehen." Olympia ist vorerst nur ein Randthema. "Die Saison hat noch nicht mal begonnen, schauen wir, wie der Start gelingt." Gutes Omen: Gefahren wird bei den Spielen in Bormio – dort stand Haaser bereits zwei Mal am Podest. Das gelang ihm sonst an keinem anderen Ort.

{title && {title} } ee, {title && {title} } Akt. 15.10.2025, 10:18, 15.10.2025, 07:07
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