Gletschermumie neu untersucht

Forschungs-Sensation! Ötzi zeigt neue Lebenszeichen

Nach 5.300 Jahren finden Forschende in und auf Ötzi Mikroorganismen, die noch aktiv sind. Auch neue Vermehrungen der Organismen wurden festgestellt.
Newsdesk Heute
03.06.2026, 08:59
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Das Mysterium Ötzi bekommt jetzt eine völlig neue Facette. Auf und im Körper der berühmten Gletschermumie lassen sich noch immer zahlreiche Mikroorganismen nachweisen, sie sind aktiv! Ein internationales Forschungsteam hat nun entdeckt, dass einige Hefepilzarten besonders gut an extreme Kälte angepasst sind – und möglicherweise sogar noch eine geringe Aktivität zeigen.

Diese Erkenntnisse stammen aus einer aktuellen Studie, die im Fachjournal „Microbiome“ veröffentlicht wurde. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter untersuchten Proben sowohl von der Oberfläche als auch aus dem Inneren von Ötzis Körper, darunter Magen und Darm, um das Mikrobiom genauer zu analysieren.

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Die Forschenden konnten dabei sowohl sehr alte als auch relativ neue DNA-Spuren nachweisen. Die Lagerung der Mumie bei minus sechs Grad Celsius dürfte das mikrobielle Leben also nicht vollständig zum Stillstand gebracht haben. Manche Hefepilzstämme zeigten sogar Hinweise auf eine jüngere Vermehrung.

Hefepilze als jahrtausendealte Begleiter

Besonders auffällig war der Nachweis von vier Hefepilzarten, welche nach Ötzis Tod aus dem Gletscherumfeld auf und in die Mumie gelangt sein dürften. Sie wurden auf der Haut, im Magen und sogar im Körperwasser gefunden.

Hefepilze unterm Mikroskop
www.istockphoto.com

Die Forschenden vermuten, dass sich die Mikroorganismen angesichts der tiefen Temperaturen entweder im Ruhezustand befinden oder bei kurzen Auftauphasen aktiv werden. Veränderungen im Anteil bestimmter Mikroben zwischen Proben aus den Jahren 2010 und 2019 deuten darauf hin, dass zumindest die kälteresistentesten Arten weiterhin geringe Aktivität zeigen.

Einblick in die Bronzezeit

Auch im Verdauungstrakt der Mumie fanden die Wissenschafter eine große Bandbreite an Mikrobenspuren. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass diese Umgebung besonders gut geschützt ist und so auch nach Jahrtausenden noch Informationen über das bronzezeitliche Mikrobiom liefern kann.

Die umfassende Analyse zeigt, dass auf der Oberfläche der Mumie mehr mikrobielles Leben vorhanden ist als bisher angenommen. Für die weitere Konservierung von Ötzi ist es daher wichtig, diese Prozesse genau zu überwachen.

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