Erfolgsfaktor! Roger Spry (65) macht als Fitness-Coach den Teamspielern Beine. Im Heute-Talk spricht der Träger des schwarzen Karate-Gürtels über Koller, Mourinho, Arnautovic und Ronaldo.
Erfolgsfaktor! (65) macht als Fitness-Coach den Teamspielern Beine. Im „Heute“-Talk spricht der Träger des schwarzen Karate-Gürtels über Koller, Mourinho, Arnautovic und Ronaldo.
"Heute": Herr Spry, laut Teamchef Marcel Koller wird die Fitness der entscheidende Fakor bei der EURO 2016. Wie fit ist unser Nationalteam?
Spry: "Wir sind jetzt und werden bei der EM das fitteste Team stellen. Aber: Nicht allein die Fitness entscheidet. Bei drei Spielen in acht Tagen geht es um rasches Regenerieren. Dafür tun wir seit Wochen alles."
"Heute": Wie arbeiten Sie konkret?
Spry: "Derzeit sitze ich in meinem Filmstudio in England und analysiere jeden Spieler auf Video. Es geht um Details. Wie reagiert er? Wie flink ist er?"
"Heute": Warum ist das Nationalteam so viel besser geworden?
Spry: "Wir haben die Fähigkeiten der einzelnen Spieler in ein Kollektiv fließen lassen. Arnautovic hat schon länger unglaubliche Fähigkeiten. Er ist heute nicht fitter oder technisch besser als vor ein paar Jahren. Er spürt aber jetzt, dass er Verantwortung gegenüber Mitspielern hat. Marko wurde ein Teamplayer, darum wirkt er und ist er jetzt stärker."
"Heute": Hat dieses Team Grenzen?
Spry: "Als Realist sage ich, ja. Es gibt allein 200 Millionen Brasilianer. Aber: Derzeit können wir mit jedem konkurrieren."
"Heute": Sie haben mit Ikonen wie José Mourinho und Arsene Wenger gearbeitet. Gibt es Parallelen zu Teamchef Marcel Koller?
Spry: "Als Trainer ja, als Mensch nein. Alle drei sind intelligent, haben Manager-Fähigkeiten. Koller ist für mich der Beste im Delegieren. Er lässt Menschen frei arbeiten. Mourinho ist anders: Er kontrolliert gerne. Und Wenger kontrolliert alles."
"Heute": Zu unseren Gruppengegnern: Was sagen Sie als Fitness-Guru zu Ronaldo?
Spry: "Er ist der beste Athlet in der Geschichte des Fußballs. Ronaldo ist ein Freak – ein echtes Phämomen."
"Heute": Ihr Rezept gegen die robusten Isländer?
Spry: "Schweden war auch körperlich top und wir killten sie. Für physischen Fußball braucht es zwei, wir machten nicht mit. Wir spielten in Stockholm Schatten-Fußball: quer, hinten herum – schnell."
"Heute": Rasieren Sie sich den Bart ab, wenn Österreich Europameister wird?
Spry: "Nein. Ich rasiere mir den Bart ab – und die Haare gleich dazu."