ÖFB will um 15-jähriges Ausnahmetalent kämpfen

Im ÖFB-Nachwuchs kickt mit Rapids Yusuf Demir ein Riesen-Talent. Der Teenager wird auch aber auch vom türkischen Verband gejagt.
Yusuf Demir gilt als eines der größten Talente im österreichischen Nachwuchsfußball. Der 15-Jährige spielt aktuell beim SK Rapid und für das ÖFB U17-Team, zählt bei Verein und Nationalteam zu den Leistungsträgern. Beim Mercedes-Benz Junior Cup – Europas größtem U19-Hallenturnier – wurde der Stürmer zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Neben zahlreichen Klubs aus dem Ausland hat nun auch der türkische Verband ein Auge auf Demir geworfen und möchte ihn ins eigene Team holen. Der ÖFB kämpft nun um das Mega-Talent. "Alle unsere Trainer reden ständig mit ihm. Wir können ihm nur vermitteln, dass wir an sein großes Potenzial glauben und auch daran, dass er einmal in der Nationalmannschaft spielen kann. Aber natürlich spielen seine Familie und sein Berater eine große Rolle", erklärt ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel bei "Laola1".

Der 51-Jährige zeigt sich zuversichtlich, dass Demir dem heimischen Verband treu bleiben wird – so wie es beispielsweise auch David Alaba oder Marko Arnautovic vor ihm getan haben.

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Beim ÖFB hat man mit der Einbürgerung potenzieller Teamspieler bisher keine gute Erfahrungen gesammelt. Die Bemühungen, Steffen Hofmann für Österreichs Nationalmannschaft spielen zu lassen scheiterten und mehrere Brasilianer, wie etwa der damalige Salzburger Alan, erhielten aus unterschiedlichen Gründen keine Einberufung. Zuletzt verhinderte das Innenministerium die versuchte Einbürgerung des Premier-League-Stürmers Ashley Barnes.

Teamchef Franko Foda sieht jedoch keinen Grund, sich nicht weiterhin nach potenziellen Spielern mit Österreich-Bezug umzusehen. "Wenn jemand Bezug zu Österreich, die sportliche Qualität und die Möglichkeit hat, eingebürgert zu werden, warum sollte man da darauf verzichten?", so der 52-Jährige. "Alle anderen Länder machen es auch und man muss aufpassen, dass sie uns nicht überholen."

Aufpassen muss der ÖFB längst nicht nur bei Yusuf Demir. In den Nachwuchs-Nationalteams gibt es eine Vielzahl an Spielern mit Migrationshintergrund. Sollten sie im Besitz einer anderen Staatsbürgerschaft sind, könnten sie den Verband daher wechseln, sofern sie noch kein Pflichtspiel für die A-Mannschaft absolviert haben.



Allerdings möchte Foda Spieler wie Demir nicht zwanghaft durch einen Kurzeinsatz in der A-Mannschaft an den ÖFB binden. "Andere Verbände setzen Spieler drei Minuten ein, damit sie für kein anderes Land mehr spielen können. Aber das ist nicht meine Intention, weil man ihnen dadurch die Möglichkeit verbaut, für ein anderes Land zu spielen, wenn sie nicht die Qualität für das österreichische Team haben."

Im Fall Yusuf Demir wird Foda nicht mit allen Mitteln versuchen, das Talent an den Verband zu binden. Da man bei Spielern, besonders in einem so jungen Alter, keine Erfolgsgarantie hat, sieht der Teamchef auch ein gewisses Risiko. "Es macht keinen Sinn, einen 16-Jährigen ein paar Minuten einzusetzen und dann sieht man, wenn er 19 oder 20 ist, die Entwicklung stagniert und er schafft es nicht bei uns, hätte es aber vielleicht woanders geschafft."

(mag)

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