Ohne Deutsch kein Eintritt. Mit dieser neuen Regel sorgt das Heidebad in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) für Aufsehen. Geschäftsführer Mathias Nobel bleibt trotz Kritik hart: "Wir bleiben da konsequent". Auslöser war laut dem Badbetreiber ein Vorfall mit einem Kleinkind, das beinahe ertrunken wäre.
"Unser See ist zum Teil 13 Meter tief. Das ist einfach gefährlich", so Nobel zur Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können".
Daher lässt Nobel nun Personen mit unzureichenden Deutschkenntnissen abweisen. Das sei auch bereits mehrfach vorgekommen. Wie man sich so einen "Deutschtest" am Eingang vorstellen kann, erklärt er so:
„Kommt eine Familie mit Kindern, frage ich zunächst die Eltern, wie alt die Kinder sind und ob sie schwimmen können. Wenn sie mich nur fragend anschauen und nicht antworten, weiß ich, dass sie kein Deutsch können.“Mathias NobelGeschäftsführer des Heidebades
Vor allem die Kinder müssten wissen, wie sie sich im Wasser zu verhalten haben. Außerdem müssten die Badegäste verstehen, wenn sie von den Rettungsschwimmern angesprochen werden.
Auch die Belastung der Mitarbeiter spielt laut Nobel eine Rolle. In der Vergangenheit habe es immer wieder Diskussionen gegeben, weil Bademeister die Sicherheitsregeln nicht für jeden Gast einzeln über Übersetzungsprogramme erklären wollten. Auch englischsprachige Hinweisschilder mit den Baderegeln hält der Strandbad-Chef für wenig zielführend, da diese "sowieso niemand" lese.
"Mein Personal ist so schon an der Grenze", betont der Strandbad-Chef. Englisch sei ebenfalls keine Lösung, da nicht alle Mitarbeiter ausreichend Englisch sprechen würden.
Dass es auch anders gehen kann, zeigen die Leipziger Schwimmbäder im benachbarten Sachsen. Dort setzt man auf Piktogramme und mehrsprachige Informationen. Die Baderegeln sind nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Arabisch und Ukrainisch verfügbar.
"Bei uns sind alle Gäste willkommen", erklärt eine Sprecherin. Kommunikation müsse nicht zwingend auf Deutsch stattfinden. Im Notfall funktioniere vieles auch mit Gesten und einfachen Erklärungen.
Auch die Stadtwerke Jena wollen von Deutschkontrollen nichts wissen: "Die Jenaer Bäder stehen grundsätzlich allen Gästen offen", erklärte eine Sprecherin.