Drei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo ist in Italien eine Debatte über den Ausschluss ehemaliger Spitzensportler von den Fackelläufen entbrannt. Der ehemalige Langlauf-Olympiasieger Silvio Fauner kritisierte, dass er und weitere Medaillengewinner nicht berücksichtigt worden seien. "Es gibt keinen Respekt für uns Champions. Ich halte das für eine unglaubliche Beleidigung", sagte Fauner der Sportzeitung La Gazzetta dello Sport.
Fauner, der stellvertretender Bürgermeister der Dolomitengemeinde Sappada ist, bemängelte zudem Doppelstandards. So sei auf Sizilien ein lokaler Politiker als Fackelträger eingesetzt worden, während er selbst nach Angaben der Organisatoren aufgrund seines politischen Amtes ausgeschlossen worden sei.
Eine Nachbarin von mir, die Cousine von Lisa Vittozzi, war in Florenz, hat einen Fackelträger gefragt, wer er sei, um ein Selfie zu machen, und er antwortete ihr: 'Ich bin Fackelträger, weil mein Vater gewisse Sponsoren kennt.' Und wir wurden einfach ignoriert", poltert Fauner.
Zudem seien laut Fauner zahlreiche frühere Stars des Wintersports außen vor geblieben, einige Athleten ohne Bezug zu Winterdisziplinen hingegen nicht. So zählt beispielsweise Massimiliano Allegri, Trainer des Fußballklubs AC Mailand, zu den Fackelträgern.
Die olympische Flamme wird seit dem 26. November von insgesamt 10.001 Fackelträgern durch alle 110 Provinzen Italiens getragen. Die Winterspiele finden vom 6. bis 22. Februar statt. Allegri lief am Mittwoch gemeinsam mit Freiwilligen durch Borgomanero, rund 70 Kilometer nordwestlich von Mailand.