Shiffrin fährt im Slalom der Konkurrenz auf und davon, gewann sechs der sieben Saisonrennen. Comebackerin Lindsey Vonn führt derweil den Abfahrts-Weltcup an, feierte bereits zwei Saisonsiege. Da scheint es doch aufgelegt zu sein, dass die beiden besten Skifahrerinnen aller Zeiten gemeinsame Sache machen, bei Olympia 2026 in Cortina in der neuen Team-Kombination ein Duo bilden. In dem neuen Bewerb werden die Zeiten einer Abfahrerin und einer Slalomläuferin zusammengezählt.
Doch so einfach ist die Angelegenheit nicht. Denn Spekulationen über das angespannte Verhältnis der beiden US-Amerikanerinnen halten sich hartnäckig. Zuletzt auch von der Ex-Weltcupläuferin Tina Weirather in ihrer Funktion als Expertin im Schweizer TV befeuert. Die Liechtensteinerin erzählte jüngst, dass Vonn gerne bei der Team-Kombi-Premiere bei der WM 2025 in Saalbach ein Duo mit Shiffrin gebildet hätte, die Slalom-Queen aber keine Antwort gegeben habe, stattdessen mit Abfahrts-Weltmeisterin Breezy Johnson fuhr. Das Duo holte prompt Gold. "Die Realität ist, dass jede gewinnen will und nicht will, dass die andere gewinnt", meinte Weirather.
Vonn hatte die Gerüchte damals zurückgewiesen, von einer "schlechten Kommunikation im Verband, nicht mit ihr" gesprochen.
Am Rande des Weltcup-Slaloms in Flachau, den Shiffrin für sich entschied, meldete sich die Siegerin von nun 107 Weltcuprennen zu Wort. "Unser Team ist einfach der Hammer. Es ist toll, Lindsey zuzuschauen, Jacqueline (Wiles, Anm.) mit dem Podium, Breezy ist auch dran. Und Paula (Moltzan, Anm.) auf der Slalom-Seite", zählte Shiffrin im "ORF" die starken Läuferinnen des US-Skiteams auf.
"Es wäre mir eine Ehre, mit jeder Läuferin in unserem Team zusammen zu fahren", so Shiffrin dann mit einer diplomatischen Antwort. Und ergänzte mit Blick auf Vonn: "Es wäre eine coole, aufregende Möglichkeit. Also wenn es so sein sollte, dann wäre es eine ziemlich aufregende Paarung mit Lindsey." Die Antwort fiel jeddoch etwas zurückhaltend, beinahe unterkühlt aus.
"Jede muss sich um ihre Sachen kümmern. Und dann schauen wir weiter", meinte die US-Amerikanerin schließlich kryptisch. Ein deutliches Bekenntnis zu Vonn war das jedenfalls nicht...