Er konnte sich nur selbst schlagen. Und genau das ist passiert. Ilia Malinin, der Superstar des Eiskunstlaufens, erlebte in der Entscheidung des Männer-Bewerbs eine herbe Niederlage. Malinin, nach dem Kurzprogramm plangemäß in Führung, verpatzte seine Kür am Freitagabend in der Mailänder Eis-Arena völlig und verlor nicht nur Olympia-Gold, mehr noch. Er holte nicht einmal eine Medaille.
Der 21 Jahre alte Weltmeister hat nach einer völlig verpatzten Olympia-Kür die Goldmedaille noch aus der Hand gegeben. Malinin landete im Finale mehrfach auf dem Boden und verpasste als Achter mit 264,49 Punkten sogar gänzlich Edelmetall. Und das, obwohl der Superstar des Eiskunstlaufens zuvor in zwölf Konkurrenzen, seit 2023, ungeschlagen geblieben war.
Der Olympiasieg ging an den kasachischen Vize-Weltmeister Michail Schaidorow (291,58), der nach dem Kurzprogramm noch auf Rang fünf gelegen war. Silber holte der Japaner Yuma Kagiyama (280,06), Bronze dessen Landsmann Shun Sato (274,90).
Der als "Vierfach-Gott" gefeierte Malinin, der bei seiner Olympia-Premiere zuvor Gold im Teamwettbewerb gewonnen hatte, war als klar Führender in die Kür gegangen. In seinem Programm stand sogar der Vierfach-Axel, den Malinin als bislang einziger Eiskunstläufer in einem Wettkampf gestanden hatte. Diesen verpatzte er allerdings, es war der Anfang eines komplett missratenen Auftritts. Am Ende stand Platz 15 in der Kür.
Für emotionale Momente sorgte Maxim Naumov. Der US-Amerikaner widmete den Auftritt wie schon nach dem Kurzprogramm seinen vor knapp einem Jahr verstorbenen Eltern. "Ich hoffe, ich habe alle stolz gemacht", sagte er. Jewgenia Schischkowa und Vadim Naumov – Paarlauf-Weltmeister von 1994 – waren bei einem Flugzeugunglück nahe Washington D.C. ums Leben gekommen, der Vorfall mit insgesamt 67 Todesopfern sorgte weltweit für Schlagzeilen. Am Ende belegte er den 20. Platz (222,25).