Für Wierer sind die Olympischen Spiele zu Hause der letzte große Karriere-Höhepunkt. Die 35-Jährige zählt zu den Medaillenanwärterinnen, blieb im Einzel über 15 Kilometer am Mittwoch aber ohne Edelmetall, wurde mit einem Schießfehler Fünfte. Aufs Stockerl fehlte der Star-Biathletin in ihrer Paradedisziplin rund eine halbe Minute.
Danach brach die Südtirolerin, die nach Olympia ihre lange und erfolgreiche Karriere beenden wird, aber in der Arena von Antholz mit einem Tabu, sprach über ihren Zyklus. "Ich habe meine Periode. Mir geht es nicht schlecht, aber ich bin eben ein bisschen schlapp", meinte die 35-Jährige gegenüber "SportNews".
Ähnlich offen hört man Sportlerinnen selten über ihre Menstruation sprechen. Vielen in Erinnerung ist Mikaela Shiffrin, die 2023 mit diesem Tabu gebrochen hatte. "Warum sollen die Leute nicht wissen, dass man nicht bei 100 Prozent ist? Das ist doch das Normalste überhaupt. So ist eben der Zyklus des Lebens bei uns Frauen – im wahrsten Sinne des Wortes", erklärte die Star-Biathletin, die gegenüber der "Gazzetta dello Sport" dann noch ergänzte: "Leider ist das für uns Frauen einmal im Monat so, dass man einfach leiden muss."
Gleichzeitig meinte Wierer: "In meiner ganzen Karriere gab es nicht eine Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele, wo ich nicht meine Tage hatte." Danach gab die 35-Jährige aber ein Versprechen ab: "In zwei Tagen müsste alles vorbei sein. Dann greife ich an." Immerhin hat Wierer bereits Silber aus der Mixed-Staffel. "Das sind meine letzten vier Rennen, die will ich genießen", stellte die 35-Jährige klar.