ÖOC: Ein geheimes Verrechnungskonto sorgt für den größten Skandal in der heimischen Sportgeschichte. Es geht um versickerte Millionen, Schmiergelder und Freunderlwirtschaft - Heute zeigt die Chronologie.
Mit 2,2 Millionen Euro im Jahr wird das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) vom Steuerzahler gefördert. Wofür diese Gelder bisher auch verwendet wurden, erfuhren die Österreicher jetzt dank einer akribischen Prüfung - in Auftrag gegeben vom neuen ÖOC-Boss Karl Stoss. Über ein geheimes Verrechnungskonto flossen in den vergangenen Jahren zumindest drei Millionen Euro. 1,4 davon können nicht belegt werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, muss damit weit in der Vergangenheit beginnen:
- Im Februar 2006 erschüttert die Doping-Affäre von Turin Österreichs Sport - und gefährdet die Bewerbung Salzburgs für Olympia 2014. Ex-ÖSV-Coach Walter Mayer, der das IOC klagen wollte, wird angeblich mit 290.000 Euro (Geld vom ÖOC?) ruhiggestellt.
- Im Juli 2007 erhält Sotschi (Rus) den Zuschlag für Olympia, nicht Salzburg. Schlimmer noch: Der Landesrechnungshof ortet bei den Bewerbungsunterlagen finanzielle Unregelmäßigkeiten.
- Anfang 2009 wird der feudale Lebensstil von Heinz Jungwirth bekannt. Bald darauf muss der ÖOC-Generalsekretär seinen Hut nehmen. Brisant: Neben Ex-Präsident Leo Wallner und Sekretärin Manuela K. war er einer von drei Zeichnungsberechtigten auf dem Geheim-Konto.