Nur zwei Tage nach dem Start von GPT-5.3 Instant legt OpenAI erneut nach: Mit GPT-5.4 will das Unternehmen gleich mehrere Fronten auf einmal bespielen. Das Modell soll bislang getrennte Bereiche zusammenbringen - Reasoning, Coding und Wissensarbeit in einem einzigen Modell.
Das auffälligste Novum: GPT-5.4 ist das erste allgemeine OpenAI-Modell, das eigenständig Computer bedienen kann. KI-Agenten können damit Desktop-Umgebungen navigieren, Maus und Tastatur steuern und Arbeitsabläufe über mehrere Programme hinweg ausführen.
Wie heise.de berichtet, erreicht GPT-5.4 auf dem Benchmark OSWorld-Verified für Desktop-Steuerung 75 Prozent - und übertrifft damit sowohl den menschlichen Referenzwert von 72,4 Prozent als auch das Konkurrenzmodell Opus 4.6 von Anthropic mit 72,7 Prozent.
Auch beim Preis hat OpenAI die Nase vorn: GPT-5.4 kostet 2,50 US-Dollar pro Million Input-Token, während Anthropics Opus 4.6 mit 5 US-Dollar doppelt so teuer ist. Beim Output liegt der Unterschied bei 15 gegenüber 25 US-Dollar pro Million Token.
Auf dem Benchmark ARC-AGI-2 für abstrakte Mustererkennung setzt GPT-5.4 besonders deutliche Ausrufezeichen: Die Pro-Variante erreicht 83,3 Prozent, gefolgt von Googles Gemini 3.1 Pro mit 77,1 Prozent und Opus 4.6 mit 68,8 Prozent.
Neu ist auch die Funktion "Tool Search": Statt alle Werkzeug-Definitionen von Beginn an in den Prompt zu laden, ruft GPT-5.4 sie bei Bedarf dynamisch ab. Das soll den Token-Verbrauch um 47 Prozent reduzieren.
GPT-5.4 steht ab sofort für zahlende ChatGPT-Nutzer bereit. Das bisherige GPT-5.2 Thinking bleibt noch drei Monate als Alternative verfügbar und wird am 5. Juni 2026 endgültig abgeschaltet.