Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat offenbar die eigenen Ziele bei Umsatz und Nutzerzahlen nicht erreicht. Finanzchefin Sarah Friar soll ihre Sorge geäußert haben, dass schlimmstenfalls die Mittel für den massiven Ausbau der Rechenkapazitäten fehlen könnten.
Der Bericht hat an den Börsen für deutliche Kursausschläge gesorgt. Investoren reagierten nervös auf die Nachricht über mögliche Probleme beim wertvollsten Start-up der Welt.
Wie t3n.de unter Berufung auf das Wall Street Journal berichtet, soll Friar anderen Führungskräften gesagt haben, dass man möglicherweise nicht mehr für künftige Computing-Aufträge zahlen könne, wenn die Umsätze nicht schnell genug wachsen würden.
OpenAI selbst hat den Bericht gegenüber dem US-Sender CNBC als "lächerlich" zurückgewiesen. Eine offizielle Stellungnahme zu den konkreten Zahlen blieb das Unternehmen bisher schuldig.
Analysten ordnen die Entwicklung unterschiedlich ein. John Belton von Gabelli Funds sieht in dem Bericht nur eine Beschreibung längst bekannter Entwicklungen. So sei es kein Geheimnis, dass ChatGPT in den vergangenen Monaten Marktanteile an Konkurrenten wie Anthropic und Googles Gemini verloren habe.
Die Aktie von Softbank, einem der größten OpenAI-Investoren, verlor über zehn Prozent. Auch die Papiere von AMD, Broadcom, Coreweave, Nvidia und Oracle mussten Rückgänge zwischen einem und vier Prozent hinnehmen.
Luke Rahbari, CEO von Equity Armor Investments, relativiert: Prognosen seien in einer sich so rasant entwickelnden Branche kaum genau zu treffen. Vorhersagen könnten bei großen KI-Unternehmen Fehlermargen von 25 bis 50 Prozent beinhalten.