Der deutsche Fernsehsender RTL wollte den Großen Preis von China live im Free-TV zeigen. Das Team war bereits für die Reise nach Shanghai eingeplant. Doch wenige Tage vor dem Rennen kam die Kehrtwende - der Sender sagte kurzfristig ab.
Offiziell liegt das Problem an fehlenden Verträgen mit Rechteinhaber Sky. Sieben Rennen darf RTL heuer zeigen, dazu einige Qualifyings. Doch hinter den Kulissen brodelt es deutlich heftiger.
Im Zentrum steht ein österreichisches Problem: der sogenannte Spill-Over-Effekt. Dabei sind deutsche Sender wie RTL auch in Österreich empfangbar - obwohl dort ORF und Servus TV die teuren Formel-1-Rechte halten.
Das sorgt seit Jahren für Unmut, doch jetzt dürfte sich der Konflikt zugespitzt haben. "Bild" hat Informationen aus dem Fahrerlager, dass sich ORF und Servus TV massiv beschwert haben. Der Vorwurf: RTL habe sogar gezielt Werbekunden in Österreich angesprochen - obwohl man dort gar keine Rechte besitzt.
Die Formel 1 reagierte offenbar deutlich. RTL soll nahegelegt worden sein, vorerst auf Reisen zu den Rennen zu verzichten, bis das Problem geklärt ist. Gespräche zwischen allen Beteiligten laufen bereits, eine Lösung wird in den kommenden Wochen erwartet.
Für Fans bedeutet das vorerst: Der China-GP blieb in Deutschland exklusiv bei Sky. Ob und wann RTL heuer tatsächlich Rennen zeigt, ist noch offen. Fix geplant sind aktuell Übertragungen ab Juli - etwa in Spa, Budapest oder Monza.