Politik

ORF völlig entsetzt – "Wie weit wird FPÖ noch gehen?"

Ein Sicherheitsmann von FPÖ-Chef Herbert Kickl hat den ORF-Moderator Peter Klien attackiert. Während die FPÖ spottet, ist der ORF völlig entsetzt.

Rene Findenig
Satiriker Peter Klien wurde von einem Sicherheitsmann der FPÖ attackiert.
Satiriker Peter Klien wurde von einem Sicherheitsmann der FPÖ attackiert.
Lenger Thomas

"ORF-Mitarbeiter Peter Klien wurde bei einer FPÖ-Parteiveranstaltung mit körperlicher Gewalt daran gehindert, eine harmlose Frage an Parteichef Herbert Kickl zu stellen. Damit wurde von den Freiheitlichen neuerlich eine rote Linie im Umgang mit der freien Presse überschritten. Diese Grenzüberschreitung wird anschließend in Aussendungen als 'wehleidige Inszenierung' verharmlost", reagiert der ORF-Redaktionsrat auf den Angriff auf seinen Star-Moderator. "Die Redaktionsvertretung verurteilt es auf das Schärfste", wenn auf Parteiveranstaltungen die körperliche Integrität von Journalisten verletzt werde, heißt es.

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    Die Security-Attacke auf Peter Klien - hier der Fotobeweis.
    Die Security-Attacke auf Peter Klien - hier der Fotobeweis.
    ORF

    Die Mitglieder des Redakteursrats – gezeichnet ist die Aussendung von Dieter Bornemann, Simone Leonhartsberger, Peter Daser und Margit Schuschou – haben (nicht nur) aufgrund des Angriffs massive Befürchtungen. So heißt es: "Da stellt sich die Frage: Wie weit wird die FPÖ und ihre Anhänger noch gehen?" Genannt werden Provokationen wie FPÖ-nahe Social-Media-Veröffentlichungen, etwa das Bild von Moderator Armin Wolf im ZiB2-Studio mit der Frage "Manipuliert der ORF die Wahlen?", mit dem "das gesamte demokratische System in Zweifel gezogen" werde.

    "Dass sich in der FPÖ niemand findet, sich bei Peter Klien zu entschuldigen, sondern er nachträglich auch noch verhöhnt wird, ist ein Beispiel dafür, wie tief das politische Niveau in Österreich gesunken ist"

    "War früher noch der ORF als Institution Ziel von verbalen Angriffen von FPÖ-Politikern, so ist die Partei immer mehr dazu übergegangen, unliebsame Journalistinnen und Journalisten persönlich zu beleidigen, zu verunglimpfen und zu verhöhnen. Der rohe Ton, der in der politischen Diskussion eingezogen ist, ist erschreckend. Dass sich in der FPÖ niemand findet, sich bei Peter Klien zu entschuldigen, sondern er nachträglich auch noch verhöhnt wird, ist ein Beispiel dafür, wie tief das politische Niveau in Österreich gesunken ist", so der Redakteursrat.

    FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker hatte zuvor von einem "peinlichen" ORF-Auftritt und einer "wehleidigen Inszenierung von Klien und dem ORF" gesprochen, der "in das jämmerliche Bild, das der Staatsfunk abgibt", passe. Der Redakteursrat ist entsetzt: Man wolle kritischen Journalismus als "linke Agenda" framen und "das soll die Glaubwürdigkeit untergraben und Menschen zum Konsum von Parteikanälen und 'alternativen Medien' bringen. Dort können Parteipolitiker dann ohne kritische Gegenfragen ungefilterte Propaganda verbreiten." Der Weg führe in eine "illiberale Demokratie".

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