Red Bull will die Formel 1 nach Spielberg zurückholen und Wien sich für die Olympischen Sommerspiele bewerben. Zwei Megaprojekte, die leider schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt sind. Bei Olympia wird es wohl am Geld liegen. Da Österreich seit Jahrzehnten nur wenig in Sportstätten investiert, müssten wohl für die Spiele sämtliche Hallen und Stadien neu errichtet werden. Kaum vorstellbar, dass dies je geschehen wird, denn Sport hat in Österreich nicht viele Fans, wie Fettleibigkeitsstudien beweisen.
Hundezonen statt Sportplätzen
Lieber die x-te neue Hundezone errichten, damit Herrl und Frauerl ja nicht so weit laufen müssen. Kommt bei den tiernarrischen Österreichern auch besser an als ein neuer Fußballkäfig. Dort könnten ja Kinder spielen und die sind ja immer so laut (weil Hunde ja so leise sind). Ruhig muss es der Österreicher haben, dann ist er offensichtlich glücklich. Sport sollen die Kinder daheim machen, vor der Playstation wenn sie "FIFA" zocken. Aber bitte mit Kopfhörern oder den Fernseher ganz leise drehen.
Das Problem der Österreicher mit dem Lärm zeigte mir auch ein kürzlicher Saunabesuch in der Therme Wien. Dort wird man sofort mit einem "Psst!" oder unfreundlichen Worten darauf hingewiesen, dass man während eines Aufgusses nicht reden darf - eine mir bis dahin trotz langjähriger Saunaerfahrung völlig neue Regel.
Formel 1 ist laut, aber das ist nichts Neues
Laut sind auch Formel-1-Boliden, und das waren sie schon immer. Auch schon 1969, als der damalige Österreichring eröffnet wurde. Bis 2003 wurden dort dutzende Grand Prix veranstaltet, vor hunderttausenden Besuchern, die auch viel Geld da ließen. All das will man aber nicht mehr, vor allem nicht den Lärm, der ja gesundheitsgefährdend ist, wie Anrainer-Ombudsmann Karl Arbesser jetzt wieder betonte. Er verweist auf den Bescheid, durch den der Lärmpegel an der Rennstrecke limitiert ist und mit dem er es unter anderem schaffte, dass in Spielberg nicht die modernste Rennstrecke der Welt, die hunderte neue Jobs gebracht hätte, gebaut wurde.
Warum war Lärm bis 2003 kein Problem? Bis dahin steckten die Bauern rund um die Rennstrecke gerne das Geld ein, das ihnen die Formel-1-Fans für einen Park- oder Zeltplatz am gatschigen Acker vor die Nase hielten. Die Pensionen waren voll, eine strukturschwache Region für ein paar Tage im weltweiten Rampenlicht. All das ist nicht mehr erwünscht. Und es ist kaum davon auszugehen, dass all die Querleger schon an der Rennstrecke wohnten, bevor es den heutigen Red Bull Ring gab. Dafür haben es alle weiterhin schön ruhig.
Skifahren ist leise, aber unwichtig
Österreich wird aufgrund einzelner Grantler, die aber immer mehr gehört werden, im Sport weiterhin unbedeutend sein. Erfolge im Skifahren sind international so interessant, wie für die meisten Österreicher die Meisterschaften im Gummistiefelweitwurf. Dafür ist Skifahren schön leise, weit weg oben am Berg und kann nur ein paar Monate im Jahr betrieben werden.