Schnell, aber weiter sieglos. Mit dieser alles andere als neuen Erkenntnis haben Österreichs Abfahrer der Schweiz den Rücken gekehrt. "Wir haben uns für die Saisonhöhepunkte in Stellung gebracht. Noch lieber hätten wir uns mit einem Sieg in Stellung gebracht", meinte ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold nach den Plätzen 2, 4, 6 und 8 in Wengen. Es warten Kitzbühel (25.1.) und Olympia (9.2.).
(25.1.) und Olympia (9.2.).
Dass Hannes Reichelt, Max Franz, Matthias Mayer und Romed Baumann auf der stark verkürzten Lauberhorn-Abfahrt allesamt in die Top-Acht fuhren, bezeichnete Berthold als "schon okay". Rundum zufrieden ist der Vorarlberger aber aus einem ganz speziellen Grund nicht. "Ich bin ein bisschen angespannt, weil ich sehe, dass wir dem hinterfahren, was wir wirklich können", ist Berthold der Ansicht, dass seine Truppe ein ums andere Mal unter Wert geschlagen wird.
Denn eigentlich müsste die Serie von 16 sieglosen Speed-Rennen (inklusive WM) längst zu Ende sein. "Es wäre mir schon sehr recht gewesen, wenn wir dieser Serie ein Ende bereitet hätten", gestand Berthold und fügte hinzu: "Denn die Jungs hätten sich aufgrund ihrer Einstellung und Leistungen längst einen Sieg verdient."
Immer wieder fehlen ein paar Hundertstel
Doch in Wengen setzte sich das Hundertstelpech in dieser Saison munter fort, Reichelt fehlten 0,06 Sekunden auf den euphorisch gefeierten Schweizer Sieger Patrick Küng. Doch eines wollte Berthold unbedingt festhalten: "Der Helm ist nicht geflogen, ich hab ihn nur abgenommen." Nach Reichelts Zieldurchfahrt war der 48-Jährige auf den TV-Bildern zu sehen gewesen. Der Eindruck, dass er dabei seinen weißen Skihelm in den Schnee geschmissen haben soll, habe aber getäuscht.
Unterm Strich gab es nach Wengen von Berthold viel Lob. Für Reichelt ("Cool und beständig"), Mayer, Franz und Baumann ("Stark aufsteigende Tendenz"), aber auch für Otmar Striedinger und Markus Dürager. Die beiden Youngsters fuhren bei schon extrem schlechter Sicht mit hohen Nummern auf die Plätze 19 und 22 und stehen vor dem Sprung in die Top-30 der Weltrangliste. "Dann hätten wir zehn Mann in den Top-30. Das würde uns noch bessere Startnummern und dadurch noch größere Chancen auf Spitzenergebnisse geben", weiß Berthold.
Kröll-Krise hält an
Ein wenig Sorgen bereitet hingegen Klaus Kröll, der in Wengen nicht über Rang 17 hinauskam. "Er befindet sich in einer schwierigen Phase", weiß Berthold. Der Routinier muss sich bei Olympia in Sotschi langsam aber sicher auf die teaminterne Qualifikation einstellen.
Das Rennen um die Plätze für Sotschi könnte übrigens noch enger als erwartet werden. Denn laut Berthold beträgt das Kontingent der Alpinen aktuell nicht wie angenommen 22, sondern nur 20 Athleten. Der Herren-Chef ist darüber natürlich wenig begeistert: "Dann würde es brutal eng werden."
APA/Red