Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür und im ÖSV-Skisprungteam geht die interne Qualifikation in die Endphase. Die Weltcup-Bewerbe am Donnerstag in Wisla und am Wochenende in Zakopane sind für Cheftrainer Alexander Pointner wichtige Gradmesser. Abhängig von der Genesung Thomas Morgensterns sind zwei oder drei der fünf Startplätze frei. Tourneesieger Thomas Diethart kehrt in Polen zurück.
Pointner will sich bis zum Ende der Nennfrist am 27. Jänner alle Möglichkeiten offen halten. Demnach werden auch die zwei Konkurrenzen in Sapporo (25./26.1.) noch in die Überlegungen einbezogen. "Abhängig davon, wie sich die Athleten in Polen präsentieren, kann es sein, dass intern schon jemand fixiert wird, möglicherweise gibt es aber auch erst am 27. die komplette Mannschaft", erklärte Pointner während der Bus-Anreise gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.
Zu bereits jetzt feststehenden Fixstartern wollte sich der Coach nicht konkret äußern. "Die Ergebnisse sprechen ohnehin Bände", sagte Pointner jedoch. "Wir haben zwei Springer, die schon zwei Weltcup-Bewerbe gewonnen haben und wir haben den konstantesten Springer im Weltcup mit Thomas Morgenstern, wo es ein großes Fragezeichen gibt." Dies seien drei Springer, die auch bei den Winterspielen in Sotschi gute Chancen hätten.
Abwarten bei Morgenstern
Im Fall von Morgenstern, für den in den nächsten zwei Wochen Regeneration und Rehabilitation im Vordergrund stehen, heißt es zuwarten. Pointner hat angekündigt, dem dreifachen Olympiasieger bis zuletzt einen Startplatz frei zu halten. Um die freien Tickets bewerben sich in Polen die Team-Olympiasieger Wolfgang Loitzl und Andreas Kofler sowie Manuel Poppinger, Michael Hayböck und Stefan Kraft. Team-Weltmeister Manuel Fettner, der in Sapporo antreten wird, hat auch noch eine Chance.
Schlierenzauer, der Rekordsieger von 52 Weltcupbewerben, hat in Zakopane schon gewonnen und mag auch die Schanze in Wisla. Für den 24-Jährigen steht ein weiterer Aufschwung im Hinblick auf sein großes Saisonziel Sotschi im Vordergrund. "Ich will nicht auf die Platzierungen schauen, sondern auf die Technik", betonte der Tiroler im Vorfeld. "Man muss auf diesen Schanzen sauber springen." Das Fliegen auf der Kulmschanze habe ihn weitergebracht, etwa was die Beschleunigung nach dem Absprung betreffe, sagte Schlierenzauer.
Tournee-Sieger Diethart wieder dabei
Die Weltcup-Gesamtwertung hat für den Pokalverteidiger derzeit keine Priorität. Der polnische Weltmeister Kamil Stoch führt nur elf Punkte vor dem Tiroler. Die Fans werden für eine ähnliche Atmosphäre wie bei der Tournee sorgen. Deren n. "Von meinen Kollegen weiß ich um die tolle Stimmung in Polen, ich freue mich echt darauf", erklärte der Niederösterreicher.
Diethart hat keine Bedenken, dass sein Höhenflug ein Ende haben könnte. "Als Sportler denkt man nicht daran, dass es auch wieder nach unten gehen könnte", hatte er bei einem Besuch am Kulm gemeint. Er will alles so weiterlaufen lassen wie bei der Tournee. "Wir haben dort nicht viel gecoacht, so wie es momentan läuft, braucht man nicht einzugreifen", sagte Diethart.
Letzte Chance für Loitzl
Für Loitzl, der am Montag 34 Jahre alt geworden ist, bietet sich die letzte Chance auf eine Teilnahme an Winterspielen. Der Team-Olympiasieger von 2010 und siebenfache Weltmeister sieht seine Erfahrung als Vorteil. "Wettkämpfe, bei denen es um Medaillen geht, haben eigene Gesetze. Die Gefahr, dass man das Team reinreißt, ist bei jungen Springern größer. Routine wird immer hilfreich sein", sagte der Mitterndorfer.
Irgendwann müsse man aber den Platz freimachen, meinte der Ex-Weltmeister und Ex-Tourneesieger. "Die Jungen werden so einen Druck machen, dass man nicht mehr standhalten kann." Loitzl kann sich aber vorstellen, auch noch in der kommenden WM-Saison 2014/15 aktiv zu sein.
APA/Red