Der Dauer-Konflikt von Dinko Jukic mit dem österreichischen Schwimmverband (OSV) hat knapp elf Monate nach dem Rücktritt von Paul Schauer als OSV-Präsident weitere Folgen. Sein Nachfolger Christian Meidlinger soll sich entschieden haben, das Amt ebenso niederzulegen.
Von Christian Meidlinger selbst gab es über die zunächst in der Sonntagausgabe der "Kronen Zeitung" gemeldete Neuigkeit keine Bestätigung. Der 49-Jährige reiste nach seiner Rückkehr von der Barcelona-WM am Freitag geschäftlich nach Brasilien, von wo er erst am 12. August zurückkehren wird. Er war vorerst nicht zu erreichen.
Präsidium tagt am Montag
Das OSV-Präsidium trifft sich jedenfalls am frühen Montagabend in Wien zu einer außerordentlichen Sitzung. Von OSV-Seite wurde der Rücktritt Meidlingers nicht bestätigt. Der Präsident legte Jukic und seinem Umfeld zuletzt nahe, den Verband zu verlassen.
Zuvor hatte Jukic Meidlinger hart attackiert. Er behauptete in einem Interview, dass das Präsidentenamt für Meidlinger eher ein privates Interesse sei, da sein Sohn sonst keinen Platz als Schwimmer im Heeressportzentrum bekommen hätte. Auch die Ehefrau legt Funktionen nieder
Auch Meidlingers von Jukic zuletzt ebenfalls heftig kritisierte Ehefrau Karin Meidlinger hat ihren Rückzug von der Sektionsleitung des ASV Wien und allen ihren weiteren Funktionen im Schwimmsport bekannt gegeben. Schon vergangenen Dienstag hatte sich Karin Meidlinger in ihrer Funktion als Leiterin der Sektion Schwimmen des Clubs ASV Wien auf der Homepage des Vereins auf zwei A4-Seiten gegen ihrer Meinung nach Rufschädigung, Lüge und Verleumdung gewehrt, Jukic scharf angegriffen und ihre WM-Akkreditierung als Notwendigkeit dargestellt. Sonst hätte sie sinngemäß nicht mit ihrem Mann essen, mit ihm im Bus fahren und nicht neben ihm auf der Zuschauertribüne sitzen können.
Hinter vorgehaltener Hand sorgte das bei vielen namhaften Personen für Unverständnis und Kritik an der Funktionärin. Die zog am Sonntag wieder über die ASV-Wien-Homepage ihre Konsequenz und gab nach rund vierjähriger Tätigkeit den Rückzug von allen ihren Funktionen im Schwimmsport bekannt. "Täuschung, Verrat, Hintergehung, Verleumdung und Hass. Treffen einem diese Begriffe persönlich und in geballter Form - fehlt oftmals die Luft - um nochmals aufzustehen", führte Karin Meidlinger u.a. aus.