Nach zwölf Jahren kehrt Otto Rehhagel in die deutsche Bundesliga zurück. Der erfahrene Trainer soll Hertha BSC Berlin aus der sportlichen Krise führen. Rehhagel hatte einst als Spieler das Hertha-Trikot getragen.
"König Otto" und "Rehhakles": Große sportliche Erfolge haben Otto Rehhagel diese Namen verschafft. Er wurde dreimal deutscher Meister, zweimal mit Werder Bremen und einmal mit dem 1. FC Kaiserslautern und gewann einmal den Europapokal der Cupsieger. 2004 führte er Griechenland zum Europameister-Titel.
Nun soll's "König Otto" in Berlin richten. Der 73-jährige wird die Hertha vorerst bis Saisonende betreuen. Beim Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg in der kommenden Woche soll er nach fast zwölfjähriger Abstinenz sein Comeback auf der Trainerbank in der deutschen Fußball-Bundesliga geben.
Hoher Trainerverbrauch
In der Partie am Samstagnachmittag im Berliner Olympiastadion gegen Spitzenreiter und Titelverteidiger Borussia Dortmund betreute noch das Interimsgespann Rene Tretschok und Ante Covic die Mannschaft. Sie hatten das Team nach dem Rauswurf des erfolglosen Trainers Michael Skibbe übernommen. Der war wiederum geholt worden, nachdem die lange Zeit erfolgreiche Zusammenarbeit mit Markus Babbel nach einem Streit vor Weihnachten beendet worden war.
Rehhagel ist damit bereits der vierte Verantwortliche für das Team in dieser Saison und kehrt damit an eine alte Wirkungsstätte zurück. Der gebürtige Essener gehörte 1963 zur Hertha-Mannschaft beim ersten Bundesliga-Spiel der Berliner. Nach dem 1000. Meisterschafts-Match von Hertha gegen Dortmund übernimmt er nun als Trainer das Zepter.
"Alte Schule" auch in Berlin?
Rehhagel schreckt auch vor traditioneller Taktik nicht zurück. Beim sensationellen EM-Triumph 2004 mit den personell sicherlich nicht top-besetzten Griechen ließ er seine Hellenen mit einer für viele Experten antiquierten Ausrichtung und einem Libero antreten. Aber: Der Erfolg gab Rehhagel recht.
Bei der Hertha geht es indes ums Überleben. Ein erneuter Abstieg wäre verheerend. Für den Verein und vor allem auch für Manager Michael Preetz, der zusammen mit Präsident Werner Gegenbauer die Verhandlungen geführt haben soll. Ein weiterer Fehlgriff wäre für Preetz fatal.