"Override 2: Super Mech League" als Blech-Prügler

"Override 2: Super Mech League" lässt die Kampfroboter aufeinander los. Das klappt über weiten Strecken gut, leidet aber auch an einigen Macken.

"Override 2: Super Mech League" bringt Teil 2 der Roboter-Gefechte und ist nun auf PlayStation 5 und 4, Nintendo Switch, Xbox Series X, S und One sowie PC erhältlich. Fast zwei Jahre nach dem Story-armen aber spielerisch witzigen "Override Mech City Brawl" ist es erneut an der Zeit, in riesigen Mechs heftig aufeinander loszugehen. "Heute" hatte im Rahmen einer Preview-Version auf PS5 die Möglichkeit, sich bereits etwas einzuspielen, nun gibt es auch den finalen Test auf der Nintendo Switch.

"Override 2: Super Mech League" setzt bei der Handlung sieben Jahre nach dem Vorgänger ein. Nachdem die Xenotypen, die die Erde überfallen hatten und ausgelöscht wurden, sind die gewaltigen Mech-Kampfmaschinen der Erde zu Unterhaltungs-Robotern geworden. Weltweit wurden Kampf-Ligen aus dem Boden gestampft, die als Stars jeweils ihre Champions hervorbringen. Als Mech-Neuling will man da auch ein Stück vom Ruhm und stellt sich der Herausforderung.

Zahlreiche Modi und Möglichkeiten

Neben ausführlichen Tutorials warten ein Trainingsmodus mit KI-Feinden ebenso wie ein Versus-Modus gegen die übrigen Zocker auf die Spieler. Ermöglicht werden Kämpfe mit bis zu vier Spielern sowohl lokal, als auch im Online-Multiplayer. Das Spiel bietet dabei zwei Kampf-Modi: Entweder eine Art Team-Deathmatch mit 2-gegen-2-Kämpfen oder ein Kampf jeder gegen jeden, in dem man als letzter überlebender Spieler den Sieg einstreift. Einen tatsächlichen "Karrieremodus" gibt es derzeit nicht, was vor allem Einzelspieler stören könnte.

Der "Standard"-Modus bietet dabei bekannte Mechaniken und endet, wenn der Spieler seine gesamte Mech-Lebensenergie verloren hat. "Control" dagegen erinnert in Ansätzen an das Battle Royale "Fortnite". Dafür, dass die Spieler tatsächlich gegeneinander kämpfen und nicht abwarten, bis die Feinde dezimiert wurden, sorgt ein immer kleiner werdender blauer Kreis in den Arenen. Verweilen Spieler außerhalb des Kreises, nimmt die Lebensenergie ihrer Mechs kontinuierlich ab. Und wie bei "Fortnite" bleibt am Ende ein siegreicher Spieler übrig.

Sehr abwechslungsreiches Gameplay

Jede der sehr abwechslungsreichen Arenen mit zahlreichen zerstörbaren Objekten und Umgebungsgefahren wie Lava und jeder Mech mit einer durchaus unterschiedlichen Spielweise gefallen. Die Balance der Mechs ist gut getroffen: Starke und langsamere Giganten treffen auf flinkere und wendigere Modelle, auch auf Fern- und Nahhampf wurde Wert gelegt. Bei den rund 20 angekündigten Mechs ist für jede Spielweise etwas dabei.

Damit die Action in den Kämpfen spannend bleibt, kommt es in den Arenen zu regelmäßigen Abwürfen von Waffen, die gegen die Feinde eingesetzt werden können. Die Steuerung der Mechs selbst wurde etwas komplexer, ist aber noch immer für Anfänger sehr eingänglich. Zur Verteidigung kann ein Schild eingesetzt werden, per Greif-Befehl werden unachtsame Gegner oder Arenen-Objekte durch die Luft geschleudert und per Dash kann man Angriffen ausweichen. Dazu kommen noch Sprünge und Doppelsprünge sowie leichte und schwere Angriffe mit Mech-Beinen und -Armen.

Viel Lob für den Mech-Prügler

Während sich diese Basis-Funktionen alle Mechs teilen, unterscheiden sich ihre Spezialisierungen drastisch voneinander. So können manche Mechs zusätzliche andere Roboter kurzzeitig lähmen oder in Gruppenkämpfen auch Umgebungsschaden austeilen. Die Balken-Mechaniken dürfte Modus Games allerdings ausgemistet haben: Weder erfordern die Spezialattacken nun das Aufladen eines Energiebalkens, noch können Mechs bei Dauer-Angriffen überhitzen. Dafür scheinen die Schadensberechnungen etwas zurückgekurbelt worden zu sein. Einen Hauch "Mortal Kombat 11" gibt es auch: Wer 75 Prozent seiner Lebensenergie verloren hat, kann das Match mit einer extrem starken Attacke herumreißen.

Die Grafik wurde aufpoliert, aktuell zeigen sich allerdings vor allem die Arenen-Hintergründe noch sehr detailarm, wohingegen die Mechs bereits mit schönen Lichteffekten überraschen. Die Steuerung ist wieder leicht zu lernen, aber umso schwerer zu meistern. Gut gefällt die noch größere Abwechslung bei den Arenen und beim Gameplay. Bei den Mechs gleicht keiner dem anderen und alle bieten sehr ausbalanzierte Angriffsmöglichkeiten. Etwas Balancing scheint dagegen noch bei den KI-Feinden fällig zu sein, denn gegen sie steckten wir selbst nach mehreren Spielstunden noch jede Menge Prügel ein, ohne dagegen ein Konzept finden zu können.

Ein paar Probleme bleiben

"Override 2: Super Mech League" leidet aber bei alle dem Lob noch an ein paar Problemen. So wird für Singleplayer nicht viel geboten, außer Dialoge mit einem Händler und die Jagd nach Sponsoren beim Kampf durch die verschiedenen Ligen. Auch die Mechs sind nicht alle bereits perfekt ausbalanciert, wobei sich rund 5 Roboter wie etwa Contessa mit ihren Ausweich- und Fallen-Fähigkeiten als fast unschlagbare Exemplare herausstellen. 

Das größte bisherige Problem des sehr Multiplayer-lastigen Spiels ist aber das bisherige Fehlen der Spieler. Aktuell mussten wir minutenlang nach Feinden suchen, um überhaupt Kämpfe bestreiten zu können – Plattform-Crossplay zur Entschärfung dieses Mankos gibt es außerdem noch keines. Aber: "Override 2: Super Mech League" soll noch einen Patch bekommen, der viele dieser Mankos adressiert. Gut so, denn der Blech-Prügler bietet spaßiges Gameplay, schöne Abwechslung und saubere Technik.

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