Die Weltmeere sind so warm wie nie zuvor. Laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus erreichte die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur am vergangenen Samstag 21,1 Grad Celsius - ein neuer Rekord seit Beginn der Messungen im Jahr 1979.
Der bisherige Höchstwert lag bei 21,09 Grad und wurde erst im März 2024 gemessen. In nur zweieinhalb Jahren ist die Temperatur also weiter gestiegen.
"Dieser Rekord ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass der Ozean zunehmend unter Druck steht", schreibt der Spiegel unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa und zitiert Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus.
Die Expertin warnt: Die Zahl der Tage mit marinen Hitzewellen habe sich weltweit seit Anfang der 1990er Jahre mehr als verdreifacht. Mit dem anhaltenden Anstieg der Meerestemperaturen nehmen die Risiken für Ökosysteme und Küstengemeinden zu.
Ein wärmerer Ozean gibt mehr Wärme und Feuchtigkeit an die Atmosphäre ab. Das kann zu stärkeren Niederschlägen und einer Intensivierung von Stürmen führen. Zudem bindet ein wärmerer Ozean Kohlendioxid weniger effizient - ein wichtiger natürlicher Puffer gegen den Klimawandel wird damit geschwächt.
Das Klimaphänomen El Nino, das die Meerestemperaturen zusätzlich antreibt, nimmt derzeit weiter Fahrt auf und könnte laut Experten zum stärksten seit 150 Jahren werden.