Experten schlagen Alarm

Neuer Klima-Schock: Weltmeere so warm wie noch nie

Europas Klima-Experten warnen: Noch nie zuvor waren die Ozeane so warm wie jetzt. Das könnte zunehmend dramatischere Folgen haben.
Team Wirtschaft
24.08.2026, 16:19
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Die Weltmeere sind so warm wie nie zuvor: Der EU-Klimadienst Copernicus Climate Change Service (C3S) hat für den 22. August einen neuen Rekord bei der Oberflächentemperatur der außertropischen Ozeane bestätigt.

Die durchschnittliche Temperatur lag an diesem Tag demnach bei 21,1 Grad Celsius. Damit wurde der bisherige Rekord von 21,09 Grad Celsius aus dem März 2024 knapp übertroffen. Die Daten stammen aus der ERA5-Klimaanalyse des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF). Für diese tägliche Klimabeobachtung reicht die verlässliche Datenreihe bis ins Jahr 1979 zurück.

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Rekord zu einer ungewöhnlichen Zeit

Was bei dem neuen Höchstwert besonders auffällt und die Fachleute zusätzlich alarmiert: der Zeitpunkt. Die höchsten Temperaturen der Weltmeere werden normalerweise im März und April erreicht, nachdem der Sommer auf der Südhalbkugel zu Ende geht.

Dass der Rekord nun im August gemessen wurde, ist laut Copernicus ungewöhnlich. Gleichzeitig liegt der Wert über dem bisherigen August-Rekord aus dem Jahr 2023. Damals wurden 20,98 Grad Celsius gemessen.

Der neue Höchstwert reiht sich in eine Phase außergewöhnlich warmer Ozeane ein. Laut Copernicus wurden im Jahr 2026 im Bereich zwischen 60 Grad südlicher und 60 Grad nördlicher Breite wiederholt Rekordwerte oder Werte nahe am Rekord beobachtet.

El Niño verstärkt die Wärme

Neben der langfristigen Erwärmung der Ozeane spielt derzeit auch ein starkes El-Niño-Ereignis eine Rolle. Das Klimaphänomen im tropischen Pazifik bringt zusätzliche Wärme in ein Meer, das sich bereits seit Jahrzehnten erwärmt.

Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) soll sich El Niño in den kommenden Monaten weiter verstärken. Auch die saisonalen Vorhersagen des Copernicus-Dienstes deuten darauf hin, dass das Ereignis eine Stärke erreichen könnte, wie sie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr beobachtet wurde.

"Dieser Rekord ist ein weiteres klares Signal für einen Ozean unter wachsendem Stress", sagt Samantha Burgess, Strategische Leiterin für Klima beim ECMWF.

El Niño sei dabei nur ein zusätzlicher Faktor. Die aktuelle Erwärmung treffe auf einen Ozean, der sich bereits durch den vom Menschen verursachten Klimawandel über viele Jahrzehnte erwärmt habe. Dadurch würden die Risiken für Meeresökosysteme und Küstenregionen größer.

Was warme Meere bedeuten

Copernicus weist auf mehrere Folgen steigender Meerestemperaturen hin. Wärmeres Wasser dehnt sich aus und trägt dadurch zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Das erhöht die Risiken für Küstenregionen und tief liegende Inselstaaten.

Steigende Temperaturen können außerdem marine Hitzewellen wahrscheinlicher und intensiver machen. Diese können empfindliche Lebensräume wie Korallenriffe und Seegraswiesen belasten und dadurch Auswirkungen auf Nahrungsketten im Meer haben.

Auch das Wetter kann beeinflusst werden: Wärmere Ozeane geben mehr Wärme und Feuchtigkeit an die Atmosphäre ab und können dadurch bestimmte starke Niederschläge und Sturmsysteme verstärken.

Gleichzeitig können wärmere Meere weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen. Dadurch könnte eine wichtige natürliche Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel schwächer werden.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } Akt. 24.08.2026, 18:51, 24.08.2026, 16:19