Klaus-Michael Kühne ist tot. Der Unternehmer starb in der Nacht auf Montag im Alter von 89 Jahren in Schindellegi in der Schweiz. Das teilte Kühne+Nagel mit.
Kaum ein Unternehmer hat die internationale Logistik so stark geprägt wie Kühne. Über Jahrzehnte formte er aus dem Familienunternehmen Kühne+Nagel einen weltweit tätigen Konzern und baute sich später auch als Investor eine enorme Machtposition auf.
1958 trat Klaus-Michael Kühne in das Familienunternehmen ein. Großvater Alfred Kühne hatte die Firma 1890 gemeinsam mit Friedrich Nagel gegründet. Kühne übernahm früh Verantwortung: 1966 wurde er Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft, ab 1975 führte er die Kühne+Nagel International als Chief Executive Officer.
Von 1992 bis 2011 war Kühne Verwaltungsratspräsident des Unternehmens. Danach blieb er dem Konzern als Ehrenpräsident des Verwaltungsrats verbunden.
Unter seiner Führung entwickelte sich Kühne+Nagel von einem klassischen Speditionsunternehmen zu einem der größten Logistikdienstleister der Welt. Das Unternehmen ist heute in See- und Luftfracht, Landverkehr und Kontraktlogistik tätig.
"Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein großer Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen", sagt Dr. Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats von Kühne+Nagel. Das Unternehmen werde ihm ein "hochehrendes Andenken" bewahren.
Kühne beschränkte seinen Einfluss aber nicht auf das eigene Unternehmen. Über Jahrzehnte baute er Beteiligungen an großen Konzernen auf.
Bei der Lufthansa war er zuletzt größter Einzelaktionär. Über seine Kühne Aviation GmbH hielt er rund 20 Prozent der Stimmrechte an der Airline.
Auch beim Containerreederei-Konzern Hapag-Lloyd war Kühne größter Einzelaktionär. Seine Beteiligungen machten ihn zu einer der einflussreichsten Unternehmerpersönlichkeiten in der europäischen Wirtschaft.
Durch seine Beteiligungen und den Erfolg von Kühne+Nagel wurde Kühne zu einem der vermögendsten Menschen Deutschlands. Sein Vermögen wurde in den vergangenen Jahren von Wirtschaftsmagazinen auf mehrere Dutzend Milliarden Euro geschätzt.
Einen Teil seines Vermögens brachte er in die Kühne-Stiftung ein. Die Stiftung engagiert sich unter anderem in den Bereichen Wissenschaft, Medizin, Logistik und Kultur.
Neben der Wirtschaft prägte Kühne auch das öffentliche Leben. Besonders eng verbunden war er mit Hamburg. Er unterstützte unter anderem Kulturprojekte und engagierte sich bei der Elbphilharmonie.
Auch beim Hamburger SV sorgte sein Name über Jahre für Schlagzeilen. Kühne investierte mehrfach in den Traditionsverein und äußerte sich regelmäßig zur Entwicklung des Klubs.
"Die Nachricht vom Tod von Klaus-Michael Kühne macht uns alle tief betroffen. Klaus-Michael Kühne stand wie kein anderer für Logistik und den globalen Handel", sagt Stefan Paul, CEO der Kühne+Nagel International AG. Klaus-Michael Kühne hinterlässt seine Ehefrau Christine Kühne.