Der Sommer macht Europas Meere heiß - und zwar heißer als je zuvor.
An vielen Küsten liegen die Wassertemperaturen teils deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2020. Besonders betroffen sind das westliche Mittelmeer, der Golf von Biscaya und die Iberische Halbinsel.
Laut einem neuen Bericht der Organisation World Weather Attribution (WWA) geht diese extreme Wärme zu einem großen Teil auf den menschengemachten Klimawandel zurück. Mancherorts liegen die Temperaturen mehr als sechs Grad über den üblichen Werten.
Wie Utopia.de unter Berufung auf die dpa berichtet, hat die Verbrennung fossiler Brennstoffe im Mittelmeer eine Erwärmung um etwa 2 Grad verursacht. Am Golf von Biscaya sind es 1,4 Grad mehr, an der britischen Westküste etwa 1,3 Grad.
Die Zahlen sind alarmierend: 90 Prozent der Küsten am Golf von Biscaya und der Iberischen Halbinsel haben im laufenden Jahr bereits Hitzewellen erlebt. Im westlichen Mittelmeer waren es 80 Prozent. Ohne den Klimawandel wären es laut den Berechnungen jeweils nur etwa 40 Prozent.
Die warmen Meere haben weitreichende Folgen: Ökosysteme und Nahrungsketten könnten geschädigt werden. Fischer im Südwesten Englands berichten seit 2025 über einen deutlichen Anstieg von Gemeinen Kraken, die eigentlich in wärmeren Gewässern vor Nordafrika heimisch sind.
"Mit jeder zusätzlichen Tonne Kohlenstoff, die wir ausstoßen, drängen wir die Temperaturen und Ökosysteme der europäischen Küsten auf unbekanntes Terrain", sagt Thomas Frölicher von der Universität Bern. Klimaforscherin Friederike Otto vom Imperial College London ergänzt: Man könne sich nicht durch Anpassung herauswinden.
Auch weltweit sind die Meerestemperaturen auf Rekordniveau. Laut Daten der US-Behörde NOAA lag die durchschnittliche globale Meerestemperatur zuletzt bei 21,16 Grad - ein neuer Höchststand.