Nostalgie-Trip im TV

Palfrader will ORF-Star endlich "im Netzleiberl sehen"

Die lang ersehnte Fortsetzung der Kult-Serie "Braunschlag 1986" startet am 20. März auf ORF1 u.a. mit Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader.
Sandra Kartik
18.03.2026, 06:00
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Der Kult kehrt endlich zurück: Am 20. und 21. März läuft "Braunschlag 1986" von David Schalko jeweils in Spielfilmlänge auf ORF1 (um 20.15 Uhr) mit der Originalbesetzung an. 14 Jahre nachdem die finanziell gebeutelte, fiktive Gemeinde mit einer angeblichen Marienerscheinung von sich reden machte, herrscht nun Ausnahmezustand in Braunschlag.

Die Miniserie endete mit einem Atomunfall, der das Gebiet unzugänglich machte. Wer konnte, floh. Doch Discobesitzer Richard Pfeisinger (Nicholas Ofczarek) und Bürgermeister Gerri Tschach (Robert Palfrader) trotzten dem Exodus. Inzwischen ist die Luft wieder rein und der findige Politiker hat eine Idee, wie er die Gemeinde wieder attraktiv machen kann. Er setzt eine Verordnung um, laut der in Braunschlag ab sofort das Jahr 1986 herrscht.

Disco, Netzleiberl und Tennisspielchen

Die Stars der Serie versetzt der nostalgische TV-Trip auch zurück in ihre eigene Jugend, "als der Club noch Disco hieß. Ich war 15, es war eine gute Zeit", so Ofczarek im "Heute"-Gespräch. Palfrader hätte ihn damals "gerne im Netzleiberl gesehen", lacht dieser. "Oder in einem Tennis-Outfit, damals habe ich noch gespielt und viel Zeit am Tennisplatz verbracht", erinnert sich Nina Proll, die wieder Ofczareks Frau Elfi spielt.

"Mein Vater ist damals mit dem Auto an der Disco vorbeigefahren, der konnte mich damals ja nicht anrufen. Ich habe schon draußen gewartet, weil das wäre ja peinlich gewesen, wenn er reingekommen wäre.“ Schalko blickt auch zurück: "Meine Mutter musste im Lokal anrufen, wo man sich verleugnen lassen hat." Für Maria Hofstätter, die erneut Palfraders Gattin Herta verkörpert, war es anders: "Ich habe das alles nicht gemacht. Ich bin nicht gerne in die Disco gegangen."

Lustvolle Zeitreise

"Das Reizvolle ist, dass man in analoge Zeiten zurückkehrt", betont Regisseur Schalko gegenüber "Heute". "Es war entschleunigter, kommt mir vor. Die Beschleunigung überfordert uns ja alle komplett", findet Ofczarek. "Mein Vater war leitender Angestellter und konnte drei Wochen Urlaub machen, ohne erreichbar sein zu müssen. Wenn ich mein Handy im Urlaub abdrehe, habe ich jeden Tag zehn verpasste Anrufe", fasst es Palfrader zusammen.

Die Sehnsucht nach der vermeintlichen guten, alten Zeit ist gerade jetzt sehr spürbar. "Man will zurück in eine geborgene Welt." Schalko verortet heute eine "Verlorenheit, wo viele das Gefühl haben, dass niemand die Dinge für sie regelt und deshalb der Ruf nach den großen Reglern da ist."

Proll litt an Stilldemenz

Die abermaligen Dreharbeiten im Waldviertel (NÖ) brachte die Darsteller auch zum Nachdenken darüber, was sich seit Beginn von "Braunschlag" verändert hat. "Vor 14 Jahren war mein Sohn erst ein halbes Jahr alt, ich war damals mit beiden Kindern beim Dreh. Das war für mich körperlich viel anstrengender, ich habe den Kleinen ja noch gestillt. Ich habe nur geschaut, dass ich den Text mit der Stilldemenz behalte. Wenn du zwei Jahre Schlafmangel hast, dann merkst du dir einfach nichts mehr. Und es war natürlich eine Logistik mit dem Kindermädchen und den Fahrten", erzählt Proll.

Inzwischen sind ihre Söhne Teenager und ihr Interesse an Mamas Arbeit hält sich in Grenzen. "Diesmal war es ein bisschen traurig für mich: Keiner von den Burschen wollte mitfahren. Die hatten ja Ferien und ich dachte, wir verbringen eine nette Zeit im Waldviertel. Beim Abschlussfest waren sie aber da. Insofern war die Zeit jetzt für mich viel entspannter, ich habe es auch genossen, es war lässig."

"Wir sind so viel älter"

Die Chemie am Set passte jedenfalls für alle. "Es ist vom ersten Tag an geflutscht", fasst es der "Vorstadtweiber"-Star zusammen. Dennoch hat sich seit 2012 einiges für die Darsteller verändert: "Wir sind so viel älter. Damals haben wir nach Drehschluss noch regelmäßig miteinander gefeiert. Das haben wir jetzt nicht mehr gemacht, null", ist Palfrader ehrlich. "Wir sind vernünftiger geworden."

Oder, wie Ofczarek ergänzt: "Leichter zu erschöpfen, weil älter. Und weil auch zur Kenntnis nehmend, dass man am nächsten Tag wieder ran muss. Das war vor 14 Jahren einfacher." Palfrader schließt: "Ein Satz, der sehr oft gefallen ist, war, 'als wäre kein Tag vergangen.' Obwohl wir alle alt und gebrechlich sind."

Ebenfalls bei "Braunschlag 1986" wieder dabei sind u.a. auch Manuel Rubey (Banyardi), Stefanie Reinsperger (Polizistin Gerti), Simon Schwarz (Rainer Katzlbrunner) und Thomas Stipsits (Dr. Feist jr.)

{title && {title} } sk, {title && {title} } Akt. 18.03.2026, 09:33, 18.03.2026, 06:00
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