Der Attentäter des versuchten Anschlags auf eine Synagoge im deutschen Halle ist während seiner Untersuchungshaft am Pfingstsonntag kurzfristig seinen Aufsehern entkommen. Das teilte das Justizministerium am Mittwoch mit. Der Gefangene soll gegen 15.30 uhr vom sogenannten Freistundenhof in den Innenbereich der Anstalt geklettert sein.
Dort habe er sich rund fünf Minuten unbeaufsichtigt bewegt, bevor er wieder von Wachbeamten in Gewahrsam genommen werden konne. Dabei leistete er keinen Widerstand. Der Deutsche wird wegen des Anschlags vom Oktober 2019 in Halle unter anderem des zweifachen Mordes beschuldigt.
Das Justizministerium prüft nun, wie es angesichts der strengen Auflagen hinsichtlich der Haftbedingungen zu dem Fluchtversuch kommen konnte. Eigentlich darf sich der Gefangene nämlich nicht ohne Aufsicht außerhalb seines kameraüberwachten Haftraumes bewegen.
Mittlerweile wurde veranlasst, die für die Aufsicht zuständigen Wachbeamten in anderen Bereichen einzusetzen. Warum das Ministerium erst am Dienstagfrüh über den Vorfall in der JVA informiert worden ist, wird derzeit ebenfalls geklärt.